Valtteri Bottas steht bei Cadillac nach einem weiteren enttäuschenden Wochenende in Montreal stärker unter Druck als je zuvor. Der 26-jährige Finne beendete den Grand Prix am Sonntag als Letzter unter den 16 Fahrern, die das Rennen in Kanada überhaupt ins Ziel brachten.
Für Bottas war es ein weiterer Rückschlag in einer Debütsaison, die für Cadillac zwar ohnehin schwierig erwartet worden war, ihn aber bisher besonders hart trifft. Nach sechs Rennen in Cadillacs erster Saison steht er bei 0 Punkten und hat es noch kein einziges Mal aus Q1 geschafft. Roberto Chinchero von Sky Italia berichtete, dass es eine echte Chance gebe, dass Cadillac sich noch vor dem Ende der laufenden Saison von Bottas trennt. Chinchero sagte zudem, Colton Hertas Aktien im Team stiegen intern, und Cadillac gilt als sehr angetan von dem US-Amerikaner als möglichem Ersatz.
Bottas hatte vor dem Jahr einen Mehrjahresvertrag bei Cadillac unterschrieben, nachdem er die Saison 2025 als Reservist von Mercedes verbracht hatte. Nach Informationen aus dem Umfeld des Teams soll es in seinem Vertrag eine Klausel geben, die Cadillac einen Bruch mit ihm ermöglichen könnte. Ein Wechsel wird jedoch nicht unmittelbar erwartet. Als nächster Prüfstein gilt in zwei Wochen ein weiteres schwaches Ergebnis beim Großen Preis von Monaco.
Der Druck auf Bottas entsteht nicht im luftleeren Raum. Das Team wusste, dass seine Debütsaison schwierig werden würde, doch die Bilanz des Finnen bleibt bislang ernüchternd. Während in Montreal Kimi Antonelli mit seinem vierten Sieg in Folge die Führung vor George Russell auf 43 Punkte ausbaute, rutschte Bottas weiter in die Defensive. Russell schied am Sonntag in Runde 30 wegen eines Ausfalls der Antriebseinheit aus und meldete damit seinen ersten Ausfall in 38 Rennen, warf danach aber noch seine Kopfstütze auf die Strecke und wurde dafür von den Rennkommissaren erfasst.
Gerade deshalb hat Montreal für Cadillac und Bottas Gewicht. Wenn schon der erste Teil der Saison kaum Punkte und keine direkte Qualifikation aus Q1 bringt, wird jede weitere Leistung zum Test für die Geduld des Teams. Monaco in zwei Wochen dürfte deshalb nicht nur ein weiteres Rennen sein, sondern der Moment, an dem Cadillac genauer hinsieht, wie lange die Zusammenarbeit mit Bottas noch tragen soll.

