Ignacio Buse hat das ATP-500-Turnier von Hamburg gewonnen und Tommy Paul mit 7-6, 4-6 und 6-3 besiegt. Für den 57. der Weltrangliste war es der erste ATP-Titel seiner Karriere, und er tat es auf die härteste Art: über die Qualifikation bis ganz nach oben.
Das Finale dauerte 70 Minuten. Buse setzte sich damit gegen den 26. der Rangliste durch und beendete zugleich eine 19-jährige Wartezeit für den peruanischen Tennissport. Vor ihm hatte zuletzt Luis Horna 2007 in Viña del Mar ein Turnier auf der Tour gewonnen.
Der Weg des Peruaners durch Hamburg war mehr als ein Lauf durch ein Tableau. Buse schlug unterwegs Flavio Cobolli, Jakub Mensik, Ugo Humbert und Aleksandar Kovacevic. Cobolli war als Nummer 12 gesetzt, Mensik stand auf Platz 28, Humbert auf 34 und Kovacevic auf 94. Dass ein Qualifikant diese Serie in einem ATP-500-Feld übersteht, macht den Titel nicht nur bemerkenswert, sondern außergewöhnlich.
Mit dem Sieg wird Buse in der kommenden Rangliste auf Platz 31 klettern. Damit wird er zum zweitbesten Spieler in der Geschichte Perus hinter Jaime Yzaga, der auf Platz 18 geführt wird. Pablo Arraya steht historisch auf Rang 29, doch Buse zieht mit seinem Sprung nun an ihm vorbei.
Gerade dieser Vergleich zeigt, wie weitreichend der Triumph ist. In einem Sport, in dem Rankings oft die Grenze zwischen Achtungserfolg und Durchbruch ziehen, verschiebt Buses Titel diese Grenze für ein ganzes Land. Er holte nicht nur seinen ersten Titel, er brachte Peru nach fast zwei Jahrzehnten wieder auf die Siegerliste der Tour.
Offen bleibt nun weniger die Frage, ob Buse dieses Niveau einmal erreichen kann, als vielmehr, ob er es halten kann. Der Sprung auf Platz 31 gibt ihm bei kommenden Turnieren eine völlig andere Ausgangslage. Was in Hamburg als Überraschung begann, hat ihn in eine neue Kategorie von Spieler befördert.

