Die Zustimmung zu José Antonio Kast ist in der neuesten Criteria-Umfrage auf 37 Prozent gefallen. Gleichzeitig sank seine Ablehnung auf 49 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand der vergangenen vier Wochen.
Besonders deutlich ist, wie breit der jüngste Kabinettswechsel wahrgenommen wurde: 84 Prozent sagten, sie seien darüber im Bilde, und 72 Prozent unterstützten die Entscheidung. In der Umbildung verließen Trinidad Steinert das Sicherheitsressort und Mara Sedini die Regierungssprecherrolle. Für Kast ist das ein Moment mit doppeltem Effekt: Der ministro steht nicht nur unter Beobachtung für seine politische Linie, sondern auch für die Art, wie er die eigene Regierung neu ordnet.
Die Umfrage zeigt zudem, dass sich die Bewertung des Regierungskurses im Umgang mit der Notlage leicht verbessert hat. Der Anteil derer, die den Kurs für falsch halten, fiel um 5 Punkte auf 41 Prozent. 35 Prozent meinen, die Regierung habe richtig gehandelt, während 24 Prozent angeben, sich kein klares Urteil bilden zu können. Das ist ein schmaler Spielraum für eine Regierung, die in einer akuten Lage vor allem an der Wahrnehmung von Kontrolle gemessen wird.
Hinter den Zahlen steht ein bekanntes Muster: Personelle Wechsel können kurzfristig Ruhe signalisieren, lösen aber nicht automatisch die Frage, ob die politische Antwort überzeugt. Genau dort liegt die Spannung bei diesem Ergebnis. Die große Mehrheit kennt den Umbau, die Mehrheit trägt ihn mit, doch beim eigentlichen Regierungshandeln bleibt ein erheblicher Teil skeptisch oder unentschieden. Die Debatte erinnert an andere Fälle, in denen Kabinett und politische Verantwortung eng aneinanderhängen, etwa bei der Klage um die Rettung von Plus Ultra, die den Consejo de Ministros von 2021 ins Blickfeld gerückt hat.
Auch bei der Ley de Reconstrucción bleibt das Bild zwiespältig. Die Unterstützung liegt stabil bei 36 Prozent, der Widerstand bei 31 Prozent. Zugleich glauben 45 Prozent, dass das Gesetz vor allem großen Unternehmen und Menschen mit höherem Einkommen zugutekäme. Damit ist die zentrale Frage für Kast nicht, ob ein Wechsel im Kabinett registriert wurde — das wurde er —, sondern ob die Regierung die Zweifel an ihrer Krisenführung und an der sozialen Wirkung ihrer Vorhaben noch drehen kann. Genau daran wird sich messen lassen, ob der ministro mit der Umbildung Vertrauen gewonnen hat oder nur Zeit.

