George Russell sicherte sich am Samstag die Pole Position für den Großen Preis von Kanada und stellte Mercedes damit an die Spitze der Startaufstellung. Der Brite fuhr in Montreal in seiner letzten Runde eine Zeit von 1:12,578 Minuten und lag am Ende 0,068 Sekunden vor seinem Teamkollegen Kimi Antonelli.
Für Mercedes war es ein seltener Doppelschlag, denn das Team belegte die komplette erste Startreihe für das 70-Runden-Rennen am Sonntag. Russell hatte zuvor schon den Sprint in Montreal gewonnen und setzte an einem Tag, der für ihn ohnehin stark begonnen hatte, noch einen weiteren Akzent. Antonelli blieb dicht dran, doch der Teenager musste sich knapp mit Rang zwei begnügen.
Hinter den beiden Mercedes sortierten sich Lando Norris und Oscar Piastri ein. Lewis Hamilton wurde Fünfter, nachdem ihm auf seinem zweiten Run ein Fehler unterlaufen war. Max Verstappen landete auf Platz sechs, nachdem er sich über die Geradeausgeschwindigkeit seines Autos beklagt hatte. Dahinter folgten Isack Hadjar auf Platz sieben, Charles Leclerc auf Platz acht, Arvid Lindblad auf Platz neun für Racing Bulls und Franco Colapinto auf Platz zehn für Alpine.
Das Ergebnis hatte Gewicht, weil es in Montreal auf engem Raum fiel und in einem Feld zustande kam, in dem Hundertstel über mehrere Startplätze entschieden. Nico Hülkenberg wurde Elfter und verpasste damit die Top Ten. Esteban Ocon landete nur auf Platz 16, nachdem ihm der Sprung in Q2 um 0,070 Sekunden entglitten war. Sergio Perez wurde 20. und stand zugleich wegen mehrerer Vorfälle unter Untersuchung.
Russell gab den Ton schon früh vor, auch wenn der Weg zur Pole nicht makellos war. In Q3 brach er seine erste schnelle Runde ab und lag nach seinem ersten gültigen Versuch zunächst weiter hinten in der Reihenfolge. Erst im finalen Anlauf machte er alles klar. Über Funk klagte er zudem, das Auto habe sich heute schlechter angefühlt als gestern.
Das Feld war in Montreal zudem mit mehreren Nebenstorys beschäftigt. Alonso wurde vor Q1 wegen einer unsicheren Freigabe in die schnelle Spur registriert, bevor das 18-minütige Q1 überhaupt richtig Fahrt aufgenommen hatte. Alle Fahrer setzten im Qualifying auf den weichen Pirelli-Reifen, was die Zeiten zusätzlich zusammendrückte und den Kampf um die vorderen Plätze noch enger machte.
Für den Sonntag steht damit Mercedes in einer Position, die das Team in dieser Form nicht erwartet haben dürfte: Russell und Antonelli starten aus der ersten Reihe in den 70 Runden langen Grand Prix von Kanada, während die Verfolger auf Fehler hoffen müssen. In einem Qualifying, das über Zeitabstände im Hundertstelbereich entschieden wurde, hat Mercedes die sauberste Ausgangslage erwischt.

