Roma fährt zum letzten Serie-A-Spiel der Saison nach Verona und steht vor einer einfachen Rechnung: Ein Sieg gegen Hellas Verona würde den Club für die nächste Champions-League-Saison qualifizieren. Für die Mannschaft von Trainer Gian Piero Gasperini ist es der Abend, an dem sich eine starke Schlussphase in ein Resultat verwandeln muss.
Nach dem 37. Spieltag ist Roma mit A.C. Milan punktgleich auf Platz drei. Für den Verein wäre es die Rückkehr auf die größte Bühne des europäischen Fußballs nach acht Jahren ohne Champions League. Der Druck ist entsprechend hoch, denn morgen zählt nicht mehr, was in den vergangenen Monaten gut gelaufen ist, sondern nur noch das Ergebnis im Bentegodi.
Dass Roma überhaupt in dieser Position ist, verdankt der Club einer bemerkenswert konstanten Serie im Frühjahr. Die Römer setzten sich mit klaren Siegen gegen Fiorentina und Parma durch und blieben über weite Strecken stabil, als die Saison in ihre entscheidende Phase ging. Dabei hat sich Manu Koné schnell zum Herzstück des Mittelfelds entwickelt. Der Franzose sagte in dieser Woche: „Ich weiß, dass ich in Romas Geschichtsbücher eingehen kann.“
Auch der Blick auf die jüngere Vergangenheit in Verona mahnt zur Vorsicht. Roma hat drei der letzten fünf Auswärtsspiele im Bentegodi verloren und dort 2024 mit 3:2 verloren. Hellas Verona steht gleichzeitig mit dem Rücken zur Wand und blickt der Relegation ins Gesicht. Gerade deshalb ist das Spiel für beide Seiten mit mehr als nur drei Punkten aufgeladen.
Verona hat in den vergangenen Wochen bereits Juventus und Inter geärgert und gezeigt, dass der Tabellenstand nicht das ganze Bild erzählt. Für Roma bedeutet das: Die Mannschaft darf sich weder von der Ausgangslage noch von der eigenen Favoritenrolle täuschen lassen. Der Club gewann zwar die erste Ausgabe der Europa Conference League, doch die Champions League bleibt für die Fans und für den Kader die echte Messlatte. Und selbst im Fall des ersehnten Sprungs nach oben werden die finanziellen Auflagen des Financial Fair Play den Sommer weiter prägen.
Am Ende steht für Roma mehr als ein Spiel in einer langen Saison. Ein Erfolg in Verona würde nicht nur die Tür zur Champions League aufstoßen, sondern auch bestätigen, dass die Mannschaft den letzten Drucktest bestanden hat. Scheitert sie, bleibt ausgerechnet im letzten Spiel eine Saison offen, die eigentlich schon auf dem Weg zur großen Belohnung war.

