Racing hat sich von Gustavo Costas getrennt, nachdem eine Serie schwacher Ergebnisse den Klub in die Krise geführt hatte. Die Entscheidung fiel, nachdem das Team schon eine Runde vor dem Ende der Gruppenphase aus der Copa Sudamericana gegen Caracas ausgeschieden war. Diego Milito teilte Costas den Beschluss mit.
Damit endet Costas’ dritte Amtszeit bei Racing. Sie war sportlich die widersprüchlichste seiner Rückkehr: 2024 holte er mit dem Klub die Copa Sudamericana, 2025 folgte die Recopa Sudamericana, und im Dezember hatte Racing seinen Vertrag noch um drei Jahre verlängert. Nun ist der 63-Jährige trotzdem weg, nur Monate nach der Bestätigung, dass der Verein weiter auf ihn setzen wollte.
Costas ist seit Jahrzehnten eng mit Racing verbunden. Als Spieler trug er das Trikot des Klubs in zwei Phasen, von 1981 bis 1992 und von 1994 bis 1996, und kam auf 337 Spiele und neun Tore. 1988 gewann er als Profi die Supercopa. Später kehrte er 1999 für ein Trainerduo mit Humberto Maschio zurück und betreute 56 Partien, 2007 folgten weitere 24 Spiele. 2024 übernahm er erneut, diesmal als Nachfolger von Fernando Gago.
Sein jüngster Abschnitt an der Seitenlinie umfasste 134 Spiele mit 70 Siegen, 25 Unentschieden und 39 Niederlagen, eine Bilanz von 58 Prozent Erfolgen. Für Racing ist der Bruch deshalb so scharf, weil der Klub sich erst vor kurzem öffentlich auf Costas festgelegt hatte. Die Kehrtwende zeigt, wie wenig Schutz selbst ein Titeltrainer hat, wenn die Ergebnisse kippen und der internationale Wettbewerb früh verloren geht.
Die Mannschaft wird vorläufig von Sebastián Chirola Romero und Luciano Aued übernommen, die parallel bereits in der Reserve arbeiten. Damit greift Racing auf Leute aus dem eigenen Haus zurück, um die erste Mannschaft nach dem abrupten Ende von Costas’ Zyklus zu stabilisieren. Nach Informationen aus dem Klubumfeld war Damián Pizarro zu Saisonbeginn bereits per einjähriger Leihe von Udinese gekommen; auch für ihn beginnt nun eine neue Phase unter anderer sportlicher Führung.
Im Hintergrund kursieren bereits Namen für die Nachfolge. Ein neuer Ansatz mit anderem Stil wird intern diskutiert, und Nicolás Diez sowie Hernán Crespo gelten wieder als mögliche Kandidaten. Für Racing ist damit nicht nur ein Trainer weg, sondern auch eine Ära, die über Spielerjahre, frühere Rückkehrer und späte Triumphe fast das gesamte Fußballleben von Gustavo Costas geprägt hatte.
