Lesen: Finanzministerium sagt geplante Beleglotterie in Österreich ab

Finanzministerium sagt geplante Beleglotterie in Österreich ab

Veröffentlicht
2 Min. Lesezeit
Anzeige

Das hat die geplante abgesagt. Die Maßnahme sollte ab Herbst 2026 in ganz Österreich starten und am 1. Oktober mit der digitalen Einführung beginnen.

hatte das Projekt noch mit dem Satz angekündigt: „Um Anreize für die Mitnahme von digitalen Belegen zu schaffen, wird ab Herbst 2026 eine Beleglotterie in ganz Österreich eingeführt“. Vorgesehen war, die Belegkultur zu stärken und zu verhindern, dass zu viele Umsätze an schwarzen Registrierkassen vorbeilaufen. Die Regierung setzte dabei vor allem auf neue digitale Rechnungen im Kampf gegen die Zettelwirtschaft.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher wäre das System mit zusätzlichem Aufwand verbunden gewesen. Sie sollten eine App herunterladen, um ausgedruckte und digitale Belege einzulesen und zu verwalten. Rund 200 Millionen Belege hatte man für das Vorhaben einkalkuliert. Der Anreiz sollte über Ziehungen kommen: In den monatlichen Runden waren 100 Gewinner mit jeweils 2500 Euro vorgesehen, zusätzlich in bis zu zwei Sonderziehungen je zwei Glückspilze mit 250000 Euro. Über das Jahr verteilt wären damit vier Millionen Euro im Topf gewesen.

- Advertisement -

Gerade dieser Mix aus digitalem Verwaltungsaufwand und Geldpreis machte das Projekt zum Streitpunkt. Die Lotterie sollte zwar mehr Menschen zum Mitnehmen von Belegen bewegen, zugleich setzte sie aber auf ein System, das erst einmal genutzt werden musste, bevor es Wirkung entfalten konnte. Dass das Finanzministerium nun davon abrückt, zeigt, dass die Regierung den direkten Weg über Gewinnanreize vorerst nicht weiterverfolgt.

An ihre Stelle sollen andere Maßnahmen treten, darunter mehr Kontrollbeamte und eine Informationskampagne. Damit bleibt der Kampf gegen schwarze Kassen und nicht verbuchte Umsätze auf der Agenda, nur ohne die Beleglotterie als öffentliches Zugpferd. Für den Herbst 2026 war das Thema damit schon einmal gesetzt, bevor es nun wieder vom Tisch genommen wurde.

Anzeige
Diesen Artikel teilen