Montreal liefert an diesem Freitag genau das, was ein Sprint-Wochenende in der Formel 1 ausmacht: wenig Zeit, viel Druck und kaum Raum für Fehler. Lewis Hamilton fuhr im Qualifying auf den fünften Platz und sprach danach von wohl dem besten Qualifying, das sein Team seit Langem gehabt habe. Max Verstappen dagegen landete für Red Bull nur auf dem vierten Rang der Teamwertung und machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl.
Hamilton sagte, er habe vor dem Qualifying nur geringfügige Änderungen vorgenommen und halte diesen Weg für den richtigen. Das Ergebnis kam in einem Feld, in dem Mercedes, McLaren, Red Bull und Racing Bulls die Pace am Freitag prägten. Der Sieg im Kampf um die besten Startplätze wird erst am Samstag entschieden, wenn das Sprintrennen um 18:00 Uhr MESZ beginnt und die Qualifikation für den Grand Prix um 22:00 Uhr folgt.
Verstappen zeigte sich weniger zufrieden. Der Weltmeister sagte, das Gefühl im Auto sei nicht besonders gut gewesen und das Fahrverhalten habe ihm große Probleme bereitet. Die vielen Bodenwellen hätten es schwer gemacht, konstant zu fahren; dabei sei sein Team die Strecke in Montreal als vierte Kraft des Tages angegangen. Für das Rennen am Sonntag müsse Red Bull nun eine Lösung finden, sagte Verstappen mit Blick auf das Grand-Prix-Qualifying am Abend.
Auch bei Racing Bulls gab es ein gemischtes Bild. Liam Lawson konnte am Freitag nicht am Sprint-Qualifying teilnehmen, erhielt aber die FIA-Erlaubnis, am nächsten Tag trotzdem zu starten. Dazu kam ein technischer Hoffnungsschimmer: Das neue Upgrade am Auto habe sich nach Einschätzung des Fahrers gut angefühlt. Auf der Ergebnisliste stand für den Rookie am Ende Rang neun, als bester Verfolger hinter den vier Topteams.
Ein weiterer Name des Tages war Gabriel Bortoleto. Der Fahrer kam im Sprint-Qualifying auf Platz 12 und verpasste SQ3 nur um ein halbes Zehntel. Er sagte, das Team hätte aus dem Paket noch etwas mehr herausholen können, und beschrieb seine letzte Runde als ordentlich, aber nicht gut genug für den Einzug in die nächste Qualifikationsphase. Zugleich ordnete er sein Ergebnis als zufriedenstellend ein, sprach von einer schwierigen Strecke für einen Neuling und lobte die Arbeit des Teams sowie das neue Upgrade, das offenbar funktioniere. Am Ende blieb bei ihm ein zwiespältiges Fazit: etwas enttäuscht, aber insgesamt mit der eigenen Leistung im Reinen.
Abseits der Formel 1 lieferte auch die F1 Academy in Montreal ihren Teil des Wochenendes. Alisha Palmowski holte die Pole für das Qualifying, Emma Felbermayr wurde Vierte und Mathilda Paatz Fünfte. Die Serie ist in Montreal dreimal im Einsatz, was das Wochenende auf der Strecke zusätzlich verdichtet und den Nachwuchsfahrern noch weniger Fehler erlaubt. Während der Freitagsticker in Montreal am Abend geschlossen wurde, war bereits ein neuer Freitagsticker für Samstag angekündigt.
Die Kombination aus Hamiltons Aufwärtstrend, Verstappens Beschwerden und den kleinen Fortschritten bei Racing Bulls zeigt, wie eng die Abstände an diesem Sprint-Wochenende sind. Wer in Montreal heute nur ein paar Zehntel liegen lässt, fällt sofort aus dem Blickfeld. Genau deshalb dürfte der Samstag mit dem Sprint und der späteren Qualifikation zur ersten echten Standortbestimmung des Wochenendes werden.

