Lesen: Invierno in Chile: ECMWF sieht nasse Monate und mehr El Niño-Risiken

Invierno in Chile: ECMWF sieht nasse Monate und mehr El Niño-Risiken

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Chile steht vor einem nassen Winter. Das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen rechnet für Juni mit einem regenreichen Monat in den zentralen und südlichen Landesteilen, während die US-Klimaprognosebehörde die Wahrscheinlichkeit für ein neues El-Niño-Ereignis für das Quartal Mai bis Juli 2026 auf 82 Prozent angehoben hat.

Die erste Niederschlagsprognose des für Winter und Frühling zeigt für Juni ein deutliches grünes Kerngebiet über den Regionen Maule, Ñuble und Biobío. Dort liegen die erwarteten Niederschläge klar über den klimatologischen Normalwerten für diesen Monat. In Chile zentral war die Lage am Montag, dem 18. Mai, bereits angespannt: In Quinta Normal lag das Niederschlagsdefizit bei fast 40 Prozent. Für einen Teil des Landes könnte sich damit eine Trockenphase zu Ende neigen, doch die Karte des Modells verspricht keineswegs überall Entspannung.

Besonders im Blick stehen die Frontsysteme, die im Winter über Chile ziehen sollen. Begleiten atmosphärische Flüsse diese Systeme, kann die Nullgradgrenze hoch liegen. Dann fällt dort flüssiger Niederschlag, wo eigentlich Schnee erwartet würde. In diesem Szenario gelten steigende Flüsse und Sturzfluten als naheliegendes Risiko. Gleichzeitig ist es wahrscheinlich, dass sich eine abgeschnittene Tiefdruckzelle bildet oder dass die Instabilität eines Frontsystems Niederschläge auf der Andenkordillere von Antofagasta und Atacama auslöst.

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Der langfristige Blick hängt eng mit dem möglichen El-Niño-Verlauf zusammen. Nach Einschätzung der Klimaprozessoren würden sich die mit dem Ereignis verbundenen Bedingungen bis in den südlichen Sommer 2026 bis 2027 ziehen. Sollte sich diese Entwicklung bestätigen und auch im australischen Frühling anhalten, dann erwartet das ECMWF für September ebenfalls einen nassen Monat. Dann würden die Regenfälle vor allem in O’Higgins, Maule, Ñuble und Biobío zunehmen. Frontsysteme könnten zudem in La Araucanía, Los Ríos, Los Lagos, Valparaíso und der Metropolregion Niederschläge bringen.

Für den Frühling sieht das Modell zugleich ein ungleiches Bild. Abgeschnittene Tiefdruckgebiete hätten dann die Chance, sich zu entwickeln und Regen in Antofagasta, Atacama und Coquimbo zu hinterlassen. Aysén und Magallanes würden dagegen nur sehr wenig Niederschlag erhalten. In diesem Zusammenspiel aus feuchtem Zentrum, trockenerem Süden und punktuellen Regenfällen im Norden taucht sogar ein ungewöhnlicher Nebeneffekt auf: Die Atacama-Wüste könnte im Frühling erneut erblühen. Das macht die Prognose mehr als eine Wetterkarte. Sie beschreibt, wie stark sich Chiles Winter und Frühling zwischen Wasserknappheit, Hochwassergefahr und regionalen Extremen verschieben könnten, wenn die Vorhersagen eintreffen.

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