Gendarmería hat in Puerto Montt Anzeige gegen frühere Beamte des Gefängnisses Alto Bonito erstattet. Die Beschwerde wirft sieben früheren Mitgliedern vor, den Zugang von Drogen, Mobiltelefonen und Lebensmitteln gegen Geld erleichtert zu haben.
Unter den namentlich genannten Ex-Beschäftigten sind Edgardo Cerna, Senén Orellana, Nicolás Toro, Diego Casanelli, Francisco Romero, Mario Palma und Hugo Núñez. Laut der Anzeige sollen sie außerdem verbotene Waren im Inneren des Gefängnisses vermarktet haben. Die mutmaßlichen Handlungen sollen in den Modulen 41, 42 und 43 stattgefunden haben.
Nach den vorliegenden Angaben sollen die früheren Beamten bei Durchsuchungen Insassen kontrolliert, Handys und Drogen beschlagnahmt und die Gegenstände später gegen Bezahlung verkauft oder zurückgegeben haben. Der Bericht spricht dabei von Bargeld und Banküberweisungen. Außerdem sollen sie den Gefängnishof vermietet haben, damit Häftlinge technische Geräte für Telefonbetrug nutzen und von außen Drogen- und Handyabwürfe koordinieren konnten.
Der Fall geht auf eine interne Untersuchung zurück, die nach Angaben der Quelle die Handlungen der früheren Beamten bestätigte. Bereits zu Jahresbeginn war bekannt geworden, dass sich Unteroffiziere und andere Ränge über längere Zeit verschworen haben sollen, um den Schmuggel verbotener Gegenstände in Alto Bonito gegen Bargeld oder Überweisungen zu erleichtern. Die nun eingereichte Anzeige baut auf diesen Vorwürfen auf und verknüpft sie mit den zwei Gruppen, die in den genannten Gefängnismodulen operiert haben sollen.
Francisco Muñoz sagte dazu, es sei für sie „äußerst gravierend“, dass Gendarmería-Mitarbeiter in deliktische Handlungen verwickelt gewesen sein sollen; zugleich sei aber auch hervorzuheben, dass eine der Ermittlungsrichtungen aus den internen Erkenntnissen entstanden sei. Der politische Hintergrund ist zusätzlich heikel: Das Ministerium für öffentliche Sicherheit soll Gendarmería in der zweiten Jahreshälfte in seinen Zuständigkeitsbereich aufnehmen. Damit fällt der Fall in eine Phase, in der die Behörde ohnehin unter besonderer Beobachtung steht.
Die Anzeige legt nahe, dass es in Alto Bonito nicht um einzelne Fehltritte ging, sondern um ein länger laufendes Geflecht aus Beamten und Häftlingen, das mit Geld, Überweisungen und dem Handel mit verbotenen Produkten funktionierte. Für die Justiz wird nun entscheidend sein, ob die interne Untersuchung und die neuen Vorwürfe ausreichen, um daraus strafrechtliche Konsequenzen für die früheren Beamten abzuleiten.
