Felix Neureuther hat am Dienstagmorgen, 19. Mai, bei einem Longevity-Event in München selbst den Kochlöffel übernommen. Der 42-Jährige bereitete für geladene Gäste Guacamole und einen Hafer-Bananen-Drink zu.
Veranstaltet wurde der Termin von Vorwerk, dem Unternehmen hinter dem Thermomix. Neureuther verband den Auftritt mit einer klaren Botschaft: Wer sich bewegt, entwickelt nach seinen Worten auch ein Bewusstsein für gesunde Ernährung. Für ihn gehört das zusammen, und er macht daraus keine Grundsatzfrage des Älterwerdens. Ob man älter oder jünger aussehe, sei ihm im Prinzip völlig egal, sagte er. Mit dem Blick in den Spiegel verbindet er etwas anderes: Wenn er gestresst sei, viel unterwegs und sich zu wenig bewege, erkenne er das an dunklen Augenringen. Auch an seiner Haut sehe er Anzeichen von Stress. Dann, sagte Neureuther, merke er sofort: Hoppla, da musst du aber wieder was machen.
Der frühere Ski-Rennfahrer und Leistungssportler stellte sich damit mitten in eine Debatte, die weit über Fitness hinausgeht. Das Event drehte sich um „länger besser leben“ und um die Frage, wie gesunde Ernährung, Bewegung und Haltung die Lebenszeit nicht nur verlängern, sondern auch besser machen sollen. Neureuther sprach dabei nicht wie ein Moralapostel, sondern wie jemand, der die Folgen eines bewegten oder eben zu stillen Alltags aus eigener Erfahrung kennt. Altern sei nichts Schlimmes, sagte er. Wir alle würden älter. Man könne nur versuchen, aus dem, was einem gegeben ist, das Beste zu machen.
Zu Hause ist der Alltag deutlich weniger vorzeigbar als bei einem Bühnenauftritt mit Mixbecher und Guacamole. Neureuther sagte, seine Frau Miriam kümmere sich in der Familie meist ums Kochen. Er selbst mache Müsli für die Kinder. Das Rezept nennt er sein „Zaubermüsli“: Haferflocken, Äpfel, Bananen, Datteln, Pfirsiche, Nüsse und etwas Zucker. Für einen Mann, der vier Kinder hat und zwei Töchter sowie zwei Söhne versorgt, ist das kein Lifestyle-Gag, sondern Routine. Sein Satz dazu war entsprechend schlicht: Man dürfe nicht nur in Schwarz oder Weiß denken.
Genau darin liegt der Kern seines Auftritts in München. Neureuther verkauft keine Verzichtsphilosophie und keine Schönheitsregel, sondern eine einfache Verbindung aus Bewegung, Essen und Selbstbeobachtung. Wer den 42-Jährigen an diesem Vormittag erlebt hat, sah keinen Prominenten, der sich über seinen Körper definiert, sondern jemanden, der Alterung als normalen Teil des Lebens beschreibt und zugleich aufmerksam auf die Signale des eigenen Körpers bleibt. Für Vorwerk passte diese Botschaft zur Longevity-Bühne. Für Neureuther war sie offenbar vor allem eine ziemlich persönliche Alltagsbeschreibung.

