1. FC Köln arbeitet an einer Rückkehr von Salih Özcan. Der 27-Jährige hat sich am Wochenende von Borussia Dortmund verabschiedet und könnte den Klub aus seiner Heimatstadt nach vier Jahren wieder verstärken – diesmal auf ablösefreiem Weg.
Am Sonntagabend machte Köln bereits einen anderen Abgang offiziell: Eric Martel verlässt den Verein zum 30. Juni ebenfalls ohne Ablöse. Damit verliert der FC im Zentrum einen weiteren Spieler, der in der kommenden Saison eigentlich als feste Größe eingeplant war. Tom Krauß bleibt dagegen, weil sich seine Kaufpflicht mit dem Klassenerhalt ausgelöst hat. Auch Isak Johannesson wird weiter für Köln spielen.
Die Personalie Özcan ist für Köln deshalb mehr als nur ein sentimentaler Gedanke. Der Klub will zwei Spieler für das Mittelfeld verpflichten und hat den Schwerpunkt im Zentrum als eine der größten Baustellen der Kaderplanung identifiziert. Gesucht wird nicht nur ein klassischer Sechser, sondern auch ein Achter, weil es an defensiver Stabilität, sauberem Aufbau und Führung fehlt. Özcan passt in dieses Profil: Er fühlt sich auf der Sechs am wohlsten, hat in seiner Laufbahn aber auch häufig als Achter gespielt.
Der Kontakt zwischen Köln und der Seite des Mittelfeldspielers ist seit dessen Abschied im Sommer 2022 nie abgerissen. Damals ging Özcan nach fast 15 Jahren beim FC, inklusive einer Leihe zu Holstein Kiel, und ließ ein bekanntes Umfeld hinter sich. Nach Angaben aus dem Umfeld der Gespräche haben beide Seiten inzwischen schon konkrete Gespräche über eine mögliche Rückkehr geführt. Thomas Kessler hatte zuvor schon betont, dass der Draht seit dem Abschied nie unterbrochen worden sei.
Ganz einfach wird ein Deal dennoch nicht. Köln dachte im Winter bereits über Silas Andersen von BK Häcken als Alternative nach, doch der 19-Jährige hat inzwischen seinen Vertrag verlängert. Gleichzeitig steht Denis Huseinbasic nach aktuellem Stand vor einem Abschied vor dem Vertragsende 2027. Der FC muss also mehrere Lücken gleichzeitig schließen, und der Markt für passende Profile ist enger geworden, als es die sportliche Lage eigentlich erlaubt.
Hinzu kommt die Frage, wie realistisch eine Özcan-Rückkehr sportlich und wirtschaftlich ist. Der 24-Jährige will sich nicht auf einen bloßen Heimat-Bonus reduzieren lassen. Er kann sich eine Rückkehr unter bestimmten Umständen zwar vorstellen, doch Köln wird einen Spieler brauchen, der sofort trägt. Genau darin liegt der Reiz des Themas: Der FC sucht Erfahrung und Bindung, während Özcan nach seinem Abschied in Dortmund einen neuen Schritt gehen will. Beides könnte zusammenpassen. Aber nur, wenn die Details stimmen.
Auch eine weitere Rückkehr wird in Köln diskutiert: um Ellyes Skhiri gibt es Spekulationen, obwohl der 31-Jährige bis 2027 unter Vertrag steht. Für den FC ist das Mittelfeld damit kein Randthema, sondern das Zentrum der gesamten Sommerplanung. Nach Martels Abschied und dem freien Marktgang von Özcan könnte Köln dort ausgerechnet auf einen alten Bekannten setzen, um die nächste Phase des Umbaus zu starten.

