Lesen: 32 Autoren ziehen sich von Westend Verlag zurück nach Rechtsruck-Vorwürfen

32 Autoren ziehen sich von Westend Verlag zurück nach Rechtsruck-Vorwürfen

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32 Autoren haben in einem offenen Brief ihren Rückzug vom angekündigt. Unter ihnen sind , und .

Auslöser ist die Anthologie „“ von und . Die Autoren werfen dem Verlag vor, sich dem Rechtspopulismus angenähert zu haben, und schreiben, Westend habe seine Reichweite „bis hin zur extremen Rechten“ ausgedehnt. Zugleich kritisieren sie, das Buch stelle den Verlag den Führungspersonen eines Portals zur Verfügung, das nach ihrer Darstellung tagtäglich große Teile des demokratischen Spektrums verunglimpfe. Außerdem enthalte der Band Texte von Autorinnen und Autoren, deren Positionen der AfD nahestünden, einer aus Sicht der Unterzeichner demokratiebedrohenden Partei.

Westend Verlag wurde 2004 in Neu-Isenburg gegründet und hat sich auf Sachbücher zu Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie spezialisiert. In dem Schreiben erinnern die Unterzeichner daran, dass sich der Verlag früher als Plattform für kritische, linke Perspektiven auf gesellschaftliche Entwicklungen verstanden habe, ohne ideologische Geschlossenheit zu beanspruchen. Diese Linie sehen sie inzwischen aufgegeben; nach ihrer Darstellung sei dieser Satz auch von der Homepage des Hauses verschwunden. Der Verlag hat in den vergangenen Jahren auch Bücher von Wolfgang Kubicki und Ulf Poschardt veröffentlicht.

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Die Beteiligten formulieren den Bruch nicht als einzelnes Missverständnis, sondern als inhaltliche Verschiebung, die aus ihrer Sicht mit dem neuen Buch offen sichtbar wird. Dass die Autoren nun gemeinsam den Rückzug erklären, erhöht den Druck auf den Verlag, sich zur eigenen Positionierung zu äußern. Wer bei Westend bleiben will, muss künftig erklären, wie weit das Selbstverständnis eines linken Debattenverlages noch trägt, wenn ein Teil seiner früheren Autoren das Haus nicht mehr als gemeinsamen Ort erkennt.

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