Eric Martel steht beim 1. FC Köln vor dem Abschied. Nach Informationen aus dem Umfeld des Clubs soll die Entscheidung über seinen Abgang schon am Sonntag öffentlich werden, nur wenige Stunden nachdem der 24-Jährige in München zum ersten Mal in der Allianz Arena in der Bundesliga in der Startelf gestanden hatte.
Martel hat für Köln 90 Bundesliga-Spiele bestritten und seinen Vertrag bislang nicht verlängert. Sein Arbeitspapier läuft bis Ende Juni, ein Wechsel in die 2. Bundesliga gilt für ihn nicht als Option. Zuletzt war auch der VfL Wolfsburg als interessierter Klub genannt worden, doch die Niedersachsen müssen ihren Bundesliga-Status erst noch über die Relegation sichern.
Der Mittelfeldspieler hatte seinen Verbleib in Köln an die sportliche Entwicklung des Vereins geknüpft. Genau diese Entwicklung ist nun in einem Punkt klarer geworden: Der FC hat den Klassenerhalt ohne große Spannung geschafft. Für Martels Zukunft beseitigt das aber nur eine Unsicherheit, nicht die entscheidende. Der Club kann wieder erstklassig planen, der Nationalspieler seines Alters bleibt dennoch auf dem Sprung.
Den sportlichen Rahmen setzte der 34. Spieltag mit dem 1:5 in München, einem Spiel, das für Köln kaum mehr als Statistik war und für Martel doch einen persönlichen Marker setzte. Nach der Partie sagte er: „Es war schon besonders.“ Kurz darauf verließ er das Stadion spät, als hätte der Abend schon über seine nächste Station mitgesprochen. In seiner bisherigen Laufbahn für Köln stehen drei Unentschieden, drei Niederlagen und ein Sieg in der Schlussphase der Debatte um seine Zukunft nur als Randnotiz neben der größeren Frage, wo er ab Juli spielt.
Dass der Abschied jetzt so nahe rückt, passt zu der Dynamik der vergangenen Wochen. Schon seit einiger Zeit galt ein Verbleib als offen, auch weil neben Deutschland Berichte über Interesse aus Italien und der Türkei kursierten. Für Köln wäre der Verlust eines Spielers mit 90 Bundesliga-Einsätzen schmerzhaft, für Martel selbst ist die Richtung jedoch klar: Ein Verbleib in der 2. Liga kommt nicht infrage, und ein neuer Vertrag in Köln ist bisher nicht zustande gekommen. Nach dem Sonntag dürfte die nächste Etappe dieser Trennung nur noch eine Frage der Formulierung sein.

