1. FC Köln ist am Freitagnachmittag zum letzten Saisonspiel bei FC Bayern München gereist, und Interimstrainer René Wagner hat seinen 20-Mann-Kader mit drei Änderungen auf den Weg geschickt. Eric Martel kehrte nach seiner Sperre wegen Gelbsperren aus der 1:3-Niederlage gegen Heidenheim zurück, Tom Krauß fiel wegen einer Knieverletzung aus, und Jahmai Simpson-Pusey rückte wieder in den Kader.
Dominique Heintz blieb dagegen in Köln. Der 37-Jährige verließ das Geißbockheim am Freitag mit gepackten Taschen in ziviler Kleidung; offenbar hatte er seinen Spind bereits geleert. Sein Vertrag läuft aus und wird nicht verlängert, womit das Gastspiel in München für ihn auch sportlich den Charakter eines Abschieds erhält. Nach der Heidenheim-Partie war Heintz gemeinsam mit Florian Kainz von den Fans im Rheinenergiestadion verabschiedet worden, Kainz steht für das letzte Ligaspiel aber weiter im Aufgebot.
Wagner setzte im Zentrum des Mittelfelds auf Felipe Chavez und Kainz und ließ Denis Huseinbasic außen vor. Huseinbasic gilt seit geraumer Zeit als möglicher Abgang im Sommer. Der Trainer sagte, man habe „lose über einige Spieler gesprochen, weil es für den Verein wichtig ist, eine aktuelle Einschätzung zur Stärke und zur Qualität zu bekommen“. Zu seiner eigenen Zukunft äußerte er sich mit „keine Infos“ und sagte auch nicht, ob er selbst in der kommenden Saison noch dabei sein werde.
Die Personalie Wagner bleibt damit ebenso offen wie die nächsten Schritte beim Klub. Thomas Kessler hält den Interimstrainer für den bevorzugten Kandidaten, doch die Entscheidung fällt erst nach dem letzten Spiel der Saison gegen den deutschen Meister. Für Köln geht es an diesem Freitag nicht nur um einen Abschluss, sondern auch um die erste Sortierung vor dem Sommer, in dem mehrere Kaderfragen zusammenlaufen.
Besonders deutlich wird das bei Heintz. Wagner sagte über den 37-Jährigen, er habe sich in den vergangenen Wochen trotz massiver Schmerzen für Verein, Mannschaft und Ziel durchgebissen und könne die Probleme jetzt nicht mehr überwinden. Für Köln ist das ein harter Schnitt am Ende einer Saison, in der der Abschied des Verteidigers nicht erst in München, sondern schon nach dem Heidenheim-Spiel begonnen hatte.

