Burkhard Hintzsche hat mit einem offenen Brief auf den Abstieg von Fortuna Düsseldorf reagiert und dabei deutliche Worte gefunden. Der Stadtsprecher bezeichnete das Ende der Saison als sportlichen und emotionalen Tiefschlag für Düsseldorf und schrieb, der Absturz in die 3. Liga habe viele Menschen in der Stadt bis ins Mark getroffen.
Besonders scharf fiel Hintzsches Urteil über das verlorene Abstiegsfinale in Fürth aus. Die Art und Weise des Spiels sei erschütternd gewesen, schrieb er, mutlos, ideenlos und letztlich eines Vereins wie Fortuna Düsseldorf unwürdig. Zugleich machte er klar, dass er ausdrücklich keine Schuldigen benennen wolle. Stattdessen stellte er die Fragen, die nach so einem Tag bleiben: Wie konnte es überhaupt so weit kommen, und warum gelinge es anderen Vereinen offenbar deutlich besser als Fortuna Düsseldorf?
Der Brief kommt in einer Phase, in der der Verein den sportlichen und strukturellen Schaden des Abstiegs erst einmal sortieren muss. Hintzsche verweist darauf, dass Fortuna bis heute als eingetragener Verein organisiert ist, während viele Konkurrenten ihre Profiabteilungen längst in Kapitalgesellschaften ausgegliedert haben. Als Beispiele nennt er unter anderem Elversberg, Paderborn, Augsburg, Mainz, Hoffenheim und Heidenheim, aber auch Mainz, Freiburg, Union Berlin und Schalke als weitere Vereine, die ebenfalls als e.V. geführt werden. Für ihn ist das mehr als eine Formalie: Die Ausgliederung könne professionellere Rahmenbedingungen, klarere Entscheidungsprozesse und mehr Möglichkeiten für Investoren schaffen.
Damit rückt die Strukturfrage mitten in die Zukunftsdiskussion um Fortuna Düsseldorf. Hintzsche beschreibt den Klub als Verein, dessen Rahmen im modernen Profifußball unter Druck steht, und regt eine offene Debatte darüber an, ob diese Form noch zeitgemäß ist. Der Abstieg selbst ist damit nicht nur als sportliches Scheitern markiert, sondern auch als Moment, in dem sich entscheiden dürfte, ob Fortuna an alten Strukturen festhält oder den nächsten Schritt sucht.

