Lesen: Matthias Ginter verpasst WM-Kader von Nagelsmann trotz starker Freiburger Form

Matthias Ginter verpasst WM-Kader von Nagelsmann trotz starker Freiburger Form

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fährt nicht zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. verzichtete am Donnerstag in Frankfurt auf den 32 Jahre alten Abwehrspieler von und setzte stattdessen im Zentrum auf , , , Waldemar Anton und Malick Thiaw.

Für Ginter kam die Entscheidung nach Tagen mit Hoffnungen, die am Mittwochabend noch lebendig gewesen waren. Direkt nach dem 0:3 von Freiburg gegen sagte er, er wolle so nicht gern in den Urlaub gehen, fügte aber hinzu: „Es ist logisch, dass ich jetzt so nicht gerne in den Urlaub gehen würde, aber wie gesagt, schauen wir mal.“ Nach der Rückkehr aus Istanbul sprach der frühere Nationalspieler dann von großer Enttäuschung und sagte: „Ich glaube, mehr hätte ich nicht machen können. Ich habe alles versucht, alles getan.“

Die Absage trifft einen Spieler, der in den Wochen vor der Nominierung in starker Form gewesen war. Ginter hat 51 Länderspiele für Deutschland bestritten und war vor dieser Entscheidung fast drei Jahre lang nicht berufen worden. Gerade deshalb hatte er sich trotz der langen Pause noch Chancen ausgerechnet. Nagelsmann machte aber deutlich, dass die Entscheidung nicht allein an der Leistung des Freiburgers hing. „Das ist natürlich kein leichtes Gespräch“, sagte der Bundestrainer. Ginter habe sich sportlich „nicht viel vorzuwerfen“ und sei „ein Super-Typ“, zudem habe es mehrere Feedback-Gespräche gegeben. Am Ende sei er einer von „zehn oder zwölf“ Kandidaten mit berechtigtem Anspruch auf einen Platz im Kader gewesen.

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Der Knackpunkt lag aus Sicht des Trainers in der Besetzung der Innenverteidigung. Nagelsmann sprach von fünf zentralen Verteidigern und erklärte, man müsse überlegen, welche Spieler zusammenpassen, wie oft sie schon miteinander gespielt haben und wie viel man durcheinanderwürfele. Auch die Stabilität des Kerns spielte eine Rolle. Dass Ginter zuletzt nicht mehr regelmäßig im Nationalteam stand, dürfte die Waage zusätzlich in Richtung der Konkurrenz geneigt haben.

Für Freiburg ist die Personalie mehr als nur eine verpasste Auszeichnung für einen verdienten Profi. Ginter bleibt in einer Phase, in der er sportlich überzeugt hat, zunächst in Breisgau gebunden, während die Nationalelf ohne ihn in das Turnier in Nordamerika geht. Für den Innenverteidiger bedeutet das vor allem eines: Er hat seine Bewerbung mit Leistung abgegeben, aber der Bundestrainer entschied sich für ein anderes Paket. Dass Nagelsmann sogar im Besiktas Park das Europa-League-Finale in Person verfolgte, zeigt, wie genau er sich die Lage ansah. Ginter war in diesem Rennen nah dran, am Ende aber nicht nah genug.

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