Ignacio Buse hat beim ATP-500-Turnier in Hamburg für die nächste Überraschung gesorgt und Titelverteidiger Flavio Cobolli am Rothenbaum mit 2-6, 5-7 besiegt. Der peruanische Qualifikant setzte sich am 19. Mai 2026 gegen den 27 Jahre alten Italiener durch und beendete damit dessen Titelverteidigung früh.
Für Buse war es der Sieg, der ihn auf der großen Bühne sichtbar machte. Cobolli, der vor rund einem Monat in München bereits das Endspiel erreicht hatte, kam in Hamburg nicht zu seinem gewohnten Rhythmus und verlor das Duell gegen den Außenseiter in zwei Sätzen. Das Ergebnis ist umso bemerkenswerter, weil das Turnier in Hamburg kurz vor Beginn der French Open in Paris am Sonntag stattfand und für viele Spieler als letzter Härtetest auf Sand gilt.
Hamburg lieferte am selben Tag noch weitere klare Signale aus dem Feld. Daniel Altmaier bezwang im Achtelfinale Ben Shelton mit 4:6, 7:6 (7:6), 6:4 und zog damit ins Viertelfinale ein, nachdem er schon am Vortag gegen Rinky Hijikata gewonnen hatte. Der deutsche Spieler musste gegen Shelton über 2:50 Stunden gehen, blieb aber in den engen Momenten stabil und machte den Sieg in drei Sätzen fest.
Auch Justin Engel erlebte am Rothenbaum einen langen, aber erfolglosen Abend. Der 18-Jährige, der per Wildcard ins Hauptfeld gekommen war und nicht in der parallel laufenden Qualifikation für Paris antrat, unterlag Ugo Humbert in der ersten Runde mit 3:6, 6:3, 6:7 (2:7). Humbert setzte sich nach 2:21 Stunden durch und verhinderte damit einen deutschen Auftaktsieg im direkten Duell mit dem französischen Gegner.
Die Ergebnisse zeigen, wie offen das Feld in Hamburg kurz vor dem zweiten Grand-Slam-Turnier der Saison ist. Buses Sieg über Cobolli ist mehr als ein Ausrutscher des Titelverteidigers; er verschiebt das Bild eines Turniers, in dem Favoriten schon früh unter Druck geraten und Qualifikanten plötzlich zu den Geschichten des Tages werden.

