Lesen: Alex Karp in Kiew: Palantir drängt Europas Armeen zu Ukraine-Technik

Alex Karp in Kiew: Palantir drängt Europas Armeen zu Ukraine-Technik

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-Chef hat in Kiew Präsident und Verteidigungsminister getroffen und zugleich für die in der Ukraine erprobten Technologien seines Unternehmens geworben. Selenskyj kündigte am Dienstag an, dass die Zusammenarbeit vertieft und ausgebaut werde.

Karp, der 58 Jahre alt ist und in Deutschland studiert hat, beschreibt die ukrainische Nutzung der Palantir-Produkte als ein Betriebssystem für den Krieg. Die Ukraine steuere das Schlachtfeld so, wie ein Technologieunternehmen seine Kundschaft bediene, sagte er. Zugleich betonte er, Palantir habe keinen Zugriff auf ukrainische Daten. Nahezu der gesamte Code bei Luftverteidigung oder Zielerfassung werde von der Ukraine selbst geschrieben und unter ihrer Kontrolle gehalten.

Für Karp ist die Unterstützung für Kiew längst mehr als ein Einzelprojekt. Palantir versorgt die USA, Israel und die Ukraine mit Software und gilt laut der Einschätzung im Markt als technologisches Rückgrat einiger der besten Streitkräfte der Welt. Dass die Palantirs Produkte vorerst nicht integrieren will, begegnete er mit sichtbarer Verwunderung. Er fragte, welche Produkte Europa zur Verteidigung kaufen werde, und ob es Systeme sein würden, die nur in PowerPoint-Präsentationen getestet wurden, oder jene, die im Alleingang eine große Militärmacht aufhalten konnten.

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Der Kontrast ist politisch heikel. Während Kiew die Zusammenarbeit ausbaut und auf Technologien setzt, die sich im Krieg bewährt haben, bleibt Berlin bei Palantir auf Abstand. Genau dort setzt Karps Werben an: Europäische Staaten sollten nach seiner Ansicht nicht auf ungeprüfte Versprechen setzen, sondern auf Systeme, die in der Ukraine unter realen Bedingungen eingesetzt wurden. Dass er fließend Deutsch spricht, macht seine Botschaft in Europa nur schärfer.

Bleibt die Frage, ob Karps Argument in Europa verfängt. Für ihn steht die Antwort offenbar fest: Wer sich verteidigen will, muss kaufen, was sich bereits unter Beschuss bewährt hat.

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