Lesen: Homelander ohne Kräfte: So plante The Boys das Finale früh

Homelander ohne Kräfte: So plante The Boys das Finale früh

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hatte das Ende von schon 2024 im Blick, und das spürt man im Serienfinale, das jetzt auf Amazon Prime Video läuft. erklärt sich darin buchstäblich zu Gott, nur um am Ende von Kimikos Blast seiner Kräfte beraubt zu werden.

Kripke sagte, er habe ein Ende im Kopf gehabt und wolle in einer moralischen Welt leben, in der Liebe, Familie und Barmherzigkeit belohnt werden. Diese Idee trug die Autoren durch den Schlussakt, in dem sie sich vor allem darauf konzentrierten, 15 Figuren emotional an ihr Ziel zu bringen. Die wichtigste Scharnierstelle war dabei nicht erst im Schnittraum, sondern längst vorher im Writers’ Room entschieden: Die Entmachtung von Homelander war schon zu Saisonbeginn als brauchbares Werkzeug vorhanden.

Entwickelt wurde die Staffel in etwa sechs Wochen, und laut Kripke stand spätestens zur Mitte von fest, wohin jede Hauptfigur laufen musste. Die Frage war nicht mehr, ob die Serie zu einem Ende findet, sondern wie radikal sie ihren schlimmsten Gegenspieler brechen würde. Kripke formulierte es drastisch: Es sei reizvoll gewesen, Homelander wenigstens für einen Moment zu entkräften und zu sehen, wie wenig von seinem Terror ohne seine Kräfte übrig bleibt. Zugleich stellte sich für die Autoren die Grundsatzfrage, ob man wirklich alles niederbrennen und den ganzen Planeten opfern könne, nur um das eigene Ziel zu erreichen.

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war für diese Wendung die logische Wahl. Ihre Regenerationskräfte machten sie zu der Figur, die den Blast überleben und zugleich Homelander die Macht nehmen konnte. Dass Frenchies Tod in diesen Zusammenhang hineinspielte, verschob die Szene zusätzlich auf eine persönliche Ebene. Die Serie hatte den Weg dafür bereits in früheren Episoden angelegt: In Episode Four sieht man , wie er Soldat Boys russisches Video anschaut, und in Episode Five rollt er Maschinen in den Raum und sagt, er und arbeiteten an etwas. Wer die Staffel entlang dieser Spur gelesen hat, konnte den Kurswechsel erahnen, auch wenn die genaue Form der Entmachtung bis zum Schluss offen blieb. Eine frühere Fassung der Serie dachte sogar mit einem Supe-killing virus über eine noch dunklere Lösung nach, ließ diesen Weg am Ende aber liegen.

Dass The Boys dabei weiter auf groteske, politisch aufgeladene Bilder setzt, passt zum Ton der gesamten Staffel. Die Story vom selbst ernannten Gott, dem die Kräfte genommen werden, ist keine Nebenbemerkung, sondern der Punkt, an dem die Serie ihre eigene Logik erfüllt. Wer in der Suche nach dem Finale schon tiefer drin war, konnte etwa auch lesen, wie Frenchie an einer Grenze der Staffel landet, oder sehen, wie sich der Homelander-Kult im Musical-Finale weiter aufbläht. Das Entscheidende bleibt am Ende aber schlicht: Der Mann, der sich zum Gott erklärt, steht am Schluss ohne das auf der Leinwand, worauf seine Macht gebaut war.

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