Nvidia hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Erwartungen klar übertroffen und damit die Nervosität an der Wall Street vor der Bilanzvorlage vorerst beendet. Der Konzern meldete einen Umsatz von 81,4 Milliarden Dollar, einen Betriebsgewinn von 54,3 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 45,6 Milliarden Dollar. Die Aktie legte nachbörslich in den USA um 0,4 Prozent zu.
Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie lag Nvidia über den Prognosen. Mit 1,87 Dollar übertraf der Chipkonzern die erwarteten 1,76 Dollar, die Bruttomarge lag bei 75,3 Prozent und damit leicht über den erwarteten 75 Prozent. Für viele Anleger war das vor allem deshalb wichtig, weil die Nvidia Aktie in den Wochen vor der Veröffentlichung unter besonderer Spannung stand: Der Markt wollte wissen, ob das Tempo im Geschäft mit Künstlicher Intelligenz noch trägt.
Den stärksten Beitrag lieferte erneut das Data-Center-Segment mit 75,8 Milliarden Dollar Umsatz. Nvidia bezeichnete diese Sparte weiter als wichtigsten Wachstumstreiber. Genau dort liegt derzeit der Kern der Anlegererwartungen, denn der Konzern gilt als Nummer eins bei KI-Leistungschips. Die Entwicklung wird vor allem mit der Blackwell-Architektur und dem Hochlauf der Rubin-Chips verbunden, die das Geschäft zusätzlich stützen sollen.
Für das zweite Quartal stellte Nvidia einen Umsatz von 89,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Das lag über den von Analysten erwarteten 87,3 Milliarden Dollar und zeigt, dass das Management von weiterem Wachstum ausgeht. Der Konzern kündigte zudem an, 80 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe zu verwenden. Der Verwaltungsrat hatte diese Pläne bereits zuvor gebilligt. Gleichzeitig soll die Quartalsdividende von 1 Cent auf 25 Cent je Aktie steigen.
Zwischen den starken Zahlen und den Kapitalrückgaben liegt dennoch ein Punkt, der den Markt weiter beschäftigen dürfte: Nvidia wächst in einem Tempo, das selbst hohe Erwartungen fast zur Pflicht macht. Dass der Umsatz im Rechenzentrumsbereich auf 75,8 Milliarden Dollar kletterte, ist ein Beleg für die anhaltende Nachfrage. Es ist aber auch ein Hinweis darauf, wie stark der Konzern inzwischen von genau diesem einen Geschäft abhängig ist. Für Anleger bleibt damit nicht die Frage, ob Nvidia liefert, sondern ob es das Tempo halten kann, auf das sich der gesamte KI-Markt inzwischen eingestellt hat.
Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob die Prognose für das zweite Quartal erneut zu konservativ angesetzt war oder ob der Konzern die Latte diesmal selbst sehr hoch gelegt hat.

