Ondas Holdings hat Omnisys für 200 Millionen Dollar gekauft und treibt den Konzern damit noch weiter in Richtung Verteidigungssoftware und künstliche Intelligenz für militärische Einsatzplanung. Gleichzeitig meldete das Unternehmen für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 50,1 Millionen Dollar und damit das Zwölffache des Vorjahreswerts.
Der Markt reagierte sofort auf die Zahlen und auf die neue strategische Richtung. Die Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten um fast 880 Prozent gestiegen, liegt im laufenden Jahr aber noch 15 Prozent im Minus und wurde an deutschen Märkten zuletzt bei rund 8 Euro gehandelt. Die Marktkapitalisierung lag bei etwa 5,250 Milliarden Dollar, während Needham an seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 23 Dollar festhielt.
Der Deal mit Omnisys ist mehr als ein einfacher Zukauf. Das Unternehmen bringt nach eigenen Angaben mehr als 25 Jahre Erfahrung in internationalen Verteidigungsmärkten mit, was Ondas beim Ausbau seines Portfolios helfen soll. Der Konzern setzt dabei auf die BRO-Plattform, die Sensordaten, Kommandozentren und autonome Einheiten in einer Echtzeitkarte zusammenführt. Firmenchef Eric Brock nannte sie „software probado en combate“ und stellte sie damit ausdrücklich als bereits im Einsatz erprobt dar.
Die Zahlen zum ersten Quartal liefern zugleich ein Bild von Tempo und Verzerrung. Der Nettogewinn lag bei 361 Millionen Dollar, doch fast 390 Millionen Dollar davon stammten aus einem nicht zahlungswirksamen Gewinn aus der Neubewertung von Warrants. Ohne diesen Effekt hätte das operative Ergebnis einen Verlust von 43 Millionen Dollar gezeigt. Die Bruttomarge verbesserte sich dennoch auf 49 Prozent, der Auftragsbestand erreichte 457 Millionen Dollar, und das Unternehmen erklärte, es habe die Produkt-EBITDA-Profitabilität zwei Quartale früher als geplant erreicht.
Ondas hob seine Prognose für den Gesamtumsatz auf mehr als 390 Millionen Dollar an. Das kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern seine Identität sichtbar umschreibt: weg von reiner Drohnenhardware, hin zu Verteidigungssoftware, KI und Systemen zur Abwehr von Drohnen. Auch die strategische Allianz mit Palantir soll genau diese Position im wachsenden Markt für Anti-Drohnen-Systeme stärken.
Zwischen den operativen Erfolgen und der Bilanz bleibt dennoch eine Lücke, die für Investoren schwer zu übersehen ist. Der berichtete Gewinn ist stark von einem Sondereffekt geprägt, und genau deshalb wird die Frage nach der Qualität des Wachstums wichtiger als die Schlagzeile über den Quartalsüberschuss. Dass CloudAlpha Capital Management einen bedeutenden Aktienblock aufnahm und der institutionelle Besitz auf 38 Prozent stieg, zeigt aber zugleich, dass der Markt den strategischen Umbau bislang bereitwillig mitträgt.
Am 28. Mai ist die Hauptversammlung angesetzt, auf der die Aktionäre das Quorum zur Validierung der Omnisys-Transaktion und der Roadmap des Vorstands bestätigen sollen. Für Ondas ist das der nächste formale Test nach einem Quartal, das Rekorde lieferte, die Geschichte des Unternehmens aber ebenso neu sortierte wie seine Bilanz.
