KNDS trennt sich von 5,8 Millionen RENK-Aktien und will damit seinen Anteil an dem Augsburger Getriebehersteller von rund 15,83 Prozent auf etwa 10 Prozent senken. Der Verkauf entspricht rund 5,80 Prozent des gesamten RENK-Grundkapitals und wird als beschleunigtes Bookbuilding an qualifizierte sowie internationale institutionelle Investoren durchgeführt.
Die genauen Konditionen, einschließlich des endgültigen Verkaufspreises, sollen erst nach Abschluss des Bookbuilding-Verfahrens veröffentlicht werden. Der Vollzug der Transaktion ist für etwa den 22. Mai 2026 geplant. KNDS sagte, die Einnahmen sollten die Finanzkraft des Konzerns vor dem geplanten eigenen Börsengang stärken, zugleich bleibe man langfristiger Aktionär bei RENK.
Für den Markt ist der Schritt vor allem deshalb relevant, weil KNDS damit zwar Kasse macht, aber nicht aussteigt. Auf die Geschäftsbeziehung habe die Beteiligungsreduzierung keinen Einfluss, hieß es. KNDS erklärte zudem, man unterstütze das Management von RENK weiterhin voll.
Der Schritt ist auch ein weiterer Einschnitt in einer Beteiligungsgeschichte, die eng mit RENKs Börsengang verbunden ist. KNDS war damals als Aktionär eingestiegen. Später vereinbarten KNDS und der damalige Großaktionär Triton, dass KNDS seinen RENK-Anteil auf bis zu 25 Prozent plus eine Aktie erhöhen könne. Voll ausschöpfen ließ sich diese Option wegen eines Streits mit Triton jedoch nicht.
Im vergangenen Jahr übertrug Triton nur so viele Aktien, dass KNDS mit knapp unter 16 Prozent zum größten RENK-Aktionär wurde. Im August 2025 stieg Triton dann ganz aus. KNDS übernahm die Rolle des größten Anteilseigners, ohne die Kontrolle über das Unternehmen zu erlangen.
RENK ist ein Getriebehersteller aus Augsburg und liefert unter anderem das Getriebe für den von KNDS gebauten Kampfpanzer Leopard 2. KNDS ist ein deutsch-französischer Rüstungskonzern mit 11.000 Beschäftigten. Die nun angekündigte Platzierung könnte den nächsten Schritt vorzeichnen: weniger Kapitalbindung bei RENK, mehr Feuerkraft für die eigene Börsenstory von KNDS. Eine 180-tägige Lock-up-Verpflichtung für die verbleibenden Aktien soll diesen Kurs absichern, nachdem die Transaktion abgewickelt ist.

