Bas Eickhout legt sein Mandat als Abgeordneter des Europaparlaments mit sofortiger Wirkung nieder. Der 49-jährige Niederländer, der die Grünen im Parlament als Co-Vorsitzender mitgeführt hatte, begründete den Schritt am Mittwoch mit persönlichen Beziehungen, die nach seiner Ansicht nicht mit seiner Rolle vereinbar gewesen seien.
Eickhout sagte zugleich, sein Rücktritt habe „nichts mit der Beziehung zu Lena“ zu tun. Diese Verbindung war zuvor von Politico und österreichischen Medien berichtet worden; die Grünen im EU-Parlament hatten erklärt, sie sei aus Transparenzgründen offengelegt worden, um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden. Lena Schilling bestätigte die Beziehung der Kronen Zeitung.
Der Rücktritt trifft die Fraktion in einer Phase, in der sie auf Geschlossenheit angewiesen ist. Eickhout sagte, er habe in den vergangenen Monaten sein Verhalten kritisch reflektiert und eingeräumt, er habe nicht immer das Richtige getan. Er habe Beziehungen geführt, die nicht zu seiner Funktion gepasst hätten. Die Grünen reagierten mit Respekt auf seine Entscheidung und betonten, mögliche Verstöße gegen den internen Verhaltenskodex würden sehr ernst genommen.
Die Affäre fällt zudem in eine heikle personelle Übergangsphase. Eickhout befindet sich in der Endphase der Fusion seiner niederländischen Partei GroenLinks mit den Sozialdemokraten zu der neuen Partei PRO. Nach seinen Angaben brauchte die neue Formation Vertreter, die sich vollständig einbringen. Gleichzeitig steht im Europaparlament die nächste größere halbzeitliche Neuverteilung zentraler Führungspositionen erst für den Beginn von 2027 an.
Für die Grünen ist damit nicht nur ein prominentes Gesicht weg, sondern auch eine Debatte über Regeln, Offenlegung und Glaubwürdigkeit wieder offen. Die Fraktion wollte Transparenz schaffen und zugleich den Vorwurf möglicher Interessenkonflikte entschärfen; nun zeigt Eickhouts Abgang, dass die Frage nach dem richtigen Maß an persönlicher Offenheit und politischer Vorbildfunktion nicht erledigt ist, sondern die Führung der Fraktion weiter begleitet.

