Bas Eickhout legt nach 17 Jahren im Europaparlament sein Mandat nieder. Der 49-jährige Grünen-Politiker machte den Schritt am Montag öffentlich und verwies dabei auf persönliche Verantwortung, eine neue Phase seiner Partei und den Platz, den er für jüngere Kräfte schaffen wolle.
In einer schriftlichen Erklärung sagte Eickhout: „Ich habe in der Vergangenheit nicht immer das richtige getan. Ich habe Beziehungen gehabt die nicht passen bei meiner Rolle. Das hatte ich niet mogen doen und daar neem ik mijn verantwoordelijkheid voor“. Er schrieb außerdem, die Reflexion darüber, zusammen mit dem Bewusstsein, dass die Partei „eine neue fase ingaat“, habe ihn zu diesem Entschluss gebracht. Zugleich sagte er, es sei Zeit, Raum für „eine neue generatie politici“ zu machen, und diese neue Generation müsse die Fusionspartei Progressief Nederland (PRO) auch in Brüssel erfolgreich machen.
Eickhout war 17 Jahre lang der am längsten dienende niederländische Abgeordnete im Europaparlament und gilt in der grünen europäischen Politik als feste Größe. Erst vergangene Woche hatte er bekanntgegeben, dass er mit der 25-jährigen österreichischen Europarlamentarierin Lena Schilling liiert ist, die im Parlament den Grünen angehört. Nach einer Meldung von Politico sorgte diese Ankündigung in der Fraktion von Die Grünen für Unbehagen. Der Zusammenhang ist nun auch für seinen Rückzug wichtig, weil Eickhouts Fraktion erklärte, er habe frühere Beziehungen am Arbeitsplatz nicht gemeldet.
Die Fraktion bezeichnete seinen Abschied als richtige Entscheidung und betonte, eine professionelle und offene Arbeitsatmosphäre für alle sei von wesentlicher Bedeutung und der Kern des Verhaltenskodex. Auch die Parteivorsitzenden Katinka Eikelenboom und Esther-Mirjam Sent dankten ihm für seinen Einsatz. Jesse Klaver nannte Eickhouts Rückzug die „juiste beslissing“ und dankte ihm für seinen Beitrag „en alles wat hij heeft betekend voor het klimaat en de natuur“.
Mit seinem Abschied schafft Eickhout für seine Partei die Möglichkeit, beim Fusionskongress am 13. Juni einen Nachfolger zu bestimmen. Das macht seinen Rückzug über die persönliche Dimension hinaus auch organisatorisch folgenreich: Die Partei kann die Nachfolge früh festzurren, während sie sich selbst neu aufstellt. Eickhouts Schritt beendet damit nicht nur eine 17-jährige Brüsseler Laufbahn, sondern setzt auch den Ton für die nächste Generation, die er nun ausdrücklich in die erste Reihe rücken lässt.

