Lesen: Malte Kaufmann verfehlt Wahl zum Vize-Chef im Wirtschaftsausschuss

Malte Kaufmann verfehlt Wahl zum Vize-Chef im Wirtschaftsausschuss

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Der AfD-Politiker ist am Mittwoch in geheimer Wahl nicht zum stellvertretenden Vorsitzenden des Bundestags-Wirtschaftsausschusses gewählt worden. Kaufmann erhielt 16 Stimmen, obwohl die AfD in dem Ausschuss nur zehn Sitze hat.

Damit kamen mindestens sechs Stimmen aus anderen Fraktionen dazu. Schon diese Zahl macht das Ergebnis politisch brisant, weil sie über das eigene Lager der AfD hinausweist und den Verdacht nährt, dass auch Abgeordnete aus der Union den AfD-Kandidaten unterstützt haben könnten.

von den Grünen formulierte den Verdacht offen. „Vermutlich hat fast die Hälfte der CDU im Wirtschaftsausschuss für die AfD gestimmt“, sagte er und legte nach: CDU-Wirtschaftspolitikerinnen und -politiker wie zeigten sich aus seiner Sicht offen sympathisch für die AfD. „ hat anscheinend seine Fraktion nicht im Griff“, sagte Kellner ebenfalls.

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Auch aus der Linken kam scharfe Kritik. nannte das Verhalten der Union „alarmierend und beschämend“. Sie sagte zudem: „Ganz offensichtlich wünschen sich einige Unionsabgeordnete einen stellvertretenden AfD-Ausschussvorsitzenden.“ Und sie fügte hinzu: „Die Normalisierung der AfD muss jeden Tag aufs Neue verhindert werden.“

Für Kaufmann ist es ein Rückschlag gegenüber der Wahl im September 2025, als der AfD-Kandidat noch vier Stimmen weniger erhalten hatte. Der neue Ausgang zeigt, dass die AfD im Wirtschaftsausschuss mehr Zuspruch bekam als ihr rechnerisch nach Sitzen zusteht, auch wenn sie den Posten am Ende nicht gewann.

Gerade das macht die Abstimmung über den Einzelfall hinaus bedeutsam. Ein Ausschussvorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender gilt im Bundestag nicht nur als Ordnungsfigur, sondern auch als sichtbares Gesicht parlamentarischer Zusammenarbeit. Wenn ein AfD-Politiker dafür mehr Stimmen erhält als seine Fraktion Mandate hat, richtet sich der Blick sofort auf die übrigen Fraktionen und auf die Frage, wer ihm die zusätzlichen Stimmen gegeben hat.

Die Abstimmung dürfte deshalb die Debatte in der Union weiter verschärfen. Die Vorwürfe von Grünen und Linken zielen nicht nur auf das Ergebnis, sondern auf die politische Grenzziehung gegenüber der AfD. Dass ausgerechnet bei einer geheimen Wahl mindestens sechs zusätzliche Stimmen auftauchten, erschwert jede schnelle Entlastung.

Am Ende bleibt ein klares Bild: Malte Kaufmann hat die Wahl verloren, aber die 16 Stimmen für ihn werden die Frage nach der Nähe einzelner Unionsabgeordneter zur AfD noch weiter anheizen.

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