Lesen: Juni bringt Schafskälte und deutliche Wärme zum Pfingstwochenende

Juni bringt Schafskälte und deutliche Wärme zum Pfingstwochenende

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Zum sollen die Temperaturen deutlich steigen. Damit dürfte die kühle Phase der vergangenen Wochen zumindest vorübergehend erledigt sein, und der frühe Juni bekommt zunächst wieder das Gesicht eines normalen Frühsommers.

Ganz vom Tisch ist das Thema Wetterwechsel damit aber nicht. Der frühe Juni bringt eine meteorologische Störung mit sich, die heißt, und ihr Höhepunkt liegt um den 11. Juni, den Namenstag des heiligen . Früher wurde dieses Zeitfenster von Schäfern genau beobachtet: Anfang Juni wurden Schafe geschoren, sobald die ersten warmen Tage einen Wärmeschub signalisierten. Traf danach ein Kaltlufteinbruch ein, standen die frisch geschorenen Tiere schutzlos da. Erfahrene Schäfer warteten deshalb häufig bis Mitte Juni mit der Schur, um das Risiko zu umgehen.

Die Schafskälte gehört wie die zu den sogenannten meteorologischen Singularitäten. Das sind Wetterlagen, die nicht jedes Jahr auftreten, aber mit statistisch messbarer Häufigkeit zu bestimmten Zeitpunkten im Jahresverlauf vorkommen. Ihre Ursache liegt in einem saisonalen Ungleichgewicht zwischen Landmassen und Meerwasser. In der Langzeitauswertung der vergangenen 100 Jahre lag die Eintreffwahrscheinlichkeit bei rund 61 Prozent. In den vergangenen drei Jahrzehnten sank sie auf etwa 33 Prozent. Das zeigt: Das Phänomen ist noch da, tritt heute aber seltener und milder auf als früher.

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Für den kühlen Mai allein taugt die Schafskälte dennoch nicht als Erklärung, und sie ersetzt auch nicht die anderen Wetterlagen, die den Monatsverlauf geprägt haben. Entscheidend ist vielmehr, dass der Kalenderanfang des Juni noch immer eine Phase bleibt, in der sich Wetterumschwünge statistisch häufen können. Wer auf verlässliche Vorhersagen für den Juni 2026 hofft, bekommt allerdings keine belastbare Antwort: Für Zeiträume von mehr als zwei Wochen liefern Wettermodelle keine seriösen Aussagen. Die Wärme zum Pfingstwochenende ist also real, ein möglicher Kaltlufteinbruch Anfang oder Mitte Juni ebenso denkbar, aber nicht präzise planbar.

Genau darin liegt die praktische Botschaft dieses Juni: Kurzfristig setzt sich die Wärme durch, längerfristig bleibt der frühe Monat wetteranfällig. Die Schafskälte ist kein sicherer Rückfall in den Frost, aber sie ist auch kein reines Wettermärchen. Sie kommt seltener als früher, verschwindet aber nicht einfach aus dem Kalender.

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