Am ersten Tag der neuen E-Auto-Förderung ist ausgerechnet das Pflichtfeld für die Fahrzeug-Identifikationsnummer zum Stolperstein geworden. Kristina Beer, die für einen kleinen elektrischen Wagen antragsberechtigt war, wollte sich zum Start der Förderung bewerben und scheiterte zunächst an einer Eingabe, die sie nach eigenen Angaben nicht korrekt ausfüllen konnte.
Beer hatte sich darauf verlassen, dass der Antrag rasch erledigt sei. Vor dem Start war Bewerbern mitgeteilt worden, sie bräuchten im Wesentlichen nur die letzten zwei Steuerbescheide und einige Angaben zum Auto. Genau so war sie vorbereitet. Doch während der Eingabe verlangte das Formular neben der FIN auch die Prüfziffer als Pflichtfeld. Beer sagte, ihr Fahrzeug habe keine numerische Prüfziffer, die Unterlagen und die iKFZ-App zeigten nur einen Bindestrich. Das Formular akzeptierte den halben Geviertstrich nicht als gültigen Eintrag.
Die Förderung war zuvor von der BAFA mit umfangreichen Hinweisen zur Vorbereitung begleitet worden. Die Behörde hatte den Ablauf als vergleichsweise einfach dargestellt, und genau darin lag für viele der Reiz des Starts an diesem Tag. Der Fall Beer zeigt nun, dass die eigentliche Hürde nicht bei den Unterlagen beginnt, sondern bei den Regeln der Eingabemaske. Ein Detail aus dem Fahrzeugpapier passt nicht in die Logik des Systems, und schon bleibt der Antrag an einer Stelle hängen, die in den Vorbereitungshinweisen kaum sichtbar war.
Beer versuchte es mehrfach mit Korrekturen und kam zunächst weiter. Später konnte sie den vollständig ausgefüllten Antrag aber nicht abschicken, weil die Eingabe bei der FIN nachträglich korrigiert werden musste. Während sie das Problem über die Kontaktfunktion auf jeder Antragsseite meldete, lief die Zeit für die Sitzung ab. Sie musste den Vorgang nach der Fehlersuche wieder von vorn beginnen. Nach einer längeren automatisierten Erklärung des Ablaufs erreichte sie zwar schnell eine freundliche Person im Support, doch der technische Widerspruch blieb bestehen. Beer sagte dazu: „Am Ende zeigte sich nun: Auch die beste Vorbereitung – auf beiden Seiten – kann nicht vor den kleinen Stolpersteinchen schützen, die immer erst in der Praxis sichtbar werden.“
Der Fall ist mehr als ein Ärgernis für eine einzelne Antragstellerin. Die neue Förderung ist gerade erst angelaufen, und sie sollte einfach sein. Wenn jedoch schon das Format eines Bindestrichs darüber entscheidet, ob ein Antrag durchkommt, geraten Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Beer formulierte es selbst so: „Mein Fahrzeug hat keine numerische Prüfziffer.“ Und weiter: „Mein Antrag ist vollständig ausgefüllt, alles ist da, aber ich kann ihn nicht abschicken, weil die falsche Eingabe bei der FIN zu korrigieren ist.“ Das Problem liegt damit nicht bei fehlenden Angaben, sondern bei einer Lücke zwischen den Fahrzeugdaten und den Prüfregeln des Formulars.
Für Bewerber heißt das: Wer die Förderung heute beantragen will, sollte die Fahrzeugpapiere noch genauer prüfen als die Checkliste vermuten lässt. Für die BAFA bleibt die offene Frage, ob das Verfahren nachgesteuert wird, damit ein einfacher Antrag nicht an einem Zeichen scheitert, das im Dokument längst vorhanden ist. Wer sehen will, wie schnell sich die Elektroauto-Debatte auch auf neue Modelle ausweitet, findet dazu hier einen Blick auf das Elektroauto News: Jaguar nennt sein neues Elektro-GT-Modell Type 01.

