Maximilian Senft könnte SV Ried schon im Sommer verlassen. Nach einem Bericht der Oberösterreichischen Nachrichten soll der Trainer eine Sommer-Klausel nutzen und den Klub nach dem Europacup-Playoff gegen Rapid verlassen.
Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Ried sportlich unter Senft einen klaren Aufstieg erlebt hat. Der 36-Jährige führte den Klub nach zwei Jahren in der ADMIRAL 2. Liga zurück in die höchste Spielklasse, gewann mit der Mannschaft die Qualifikationsgruppe und setzte sich im Halbfinale des Europacup-Playoffs gegen den WAC durch. Für Ried wäre ein Abgang ausgerechnet nach dieser Phase ein harter Einschnitt, weil Senft die Rückkehr nach oben entscheidend geprägt hat.
Nach dem Bericht soll Senft seine Spieler bereits über seinen geplanten Abschied informiert haben. Als mögliches Ziel wird Karlsruher SC aus der 2. Deutschen Bundesliga genannt. Dort würde er Christian Eichner als Coach nachfolgen, falls der Wechsel zustande kommt. Der Klub schloss die vergangene Saison auf Platz 10 ab und wäre damit ein Schritt in eine Liga, in der Senft sich auf einem größeren Markt bewähren müsste.
Ganz neu ist das Muster nicht. Schon im Winter war Senft mit SK Sturm Graz in Verbindung gebracht worden, doch der Deal scheiterte demnach an den Transferentschädigungsregeln der österreichischen Klubs. Dass er nun erneut mit einem Wechsel in Verbindung steht, zeigt, wie schnell sich seine Position seit der Rückkehr mit Ried verändert hat: vom Aufstiegscoach zum Trainer mit Angeboten über die Landesgrenzen hinaus.
Für Ried ist die Lage klar und zugleich unbequem. Der Verein muss sich auf die Möglichkeit einstellen, dass der Mann geht, der die Mannschaft zurück in die oberste Liga geführt hat. Für Senft ist die Entscheidung mehr als ein Gerücht über den nächsten Karriereschritt; sie würde darüber entscheiden, ob er den nächsten Auftritt mit Ried überhaupt noch nach dem Europacup-Playoff bestreitet oder ob der Sommer schon den Beginn eines neuen Kapitels markiert.

