Japans Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt legte nach vorläufigen Daten um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu und damit über der Markterwartung von 0,4 Prozent. Auf Jahresbasis ergab sich ein Plus von 2,1 Prozent, ebenfalls mehr als die erwarteten 1,7 Prozent.
Getragen wurde das Wachstum von Privatkonsum und Auslandsnachfrage, die jeweils 0,3 Prozentpunkte beitrugen. Auch die Investitionsausgaben stiegen leicht. Für die Börse waren die Daten dennoch nur ein Teil der Bewegung: Der Nikkei 225 notierte am Handelstag bei rund 60.950 Punkten und lag damit 0,24 Prozent im Plus, nachdem der Index im Tageshoch kurz die Marke von 61.450 Zählern berührt hatte.
Im Handel wechselte der Leitindex zwischen kleinen Gewinnen und leichten Verlusten. Am Vortag hatte er drei Verlustsitzungen in Folge beendet. Die Reaktion fiel dabei uneinheitlich aus. Mizuho Financial sprang um mehr als 4 Prozent, Mitsubishi UFJ Financial legte rund 3 Prozent zu und Sumitomo Mitsui Financial gewann knapp 2 Prozent. Gleichzeitig gaben Advantest mehr als 2 Prozent, Tokyo Electron knapp 2 Prozent und Screen Holdings über 3 Prozent nach. Mitsubishi Electric fiel um mehr als 4 Prozent, Honda und Toyota verloren leicht. Auch SoftBank Group gab mehr als 3 Prozent ab, während Fast Retailing über 3 Prozent zulegte.
Hinter den Kursen steht mehr als nur ein guter Konjunkturbericht. Die robusten Wachstumszahlen kommen in einem Umfeld anhaltender Inflationssorgen, die durch den hohen Ölpreis befeuert werden. WTI-Rohöl notierte über 108 Dollar pro Barrel, nachdem es zum Wochenauftakt um mehr als 3 Prozent gestiegen war. Als Auslöser der Nervosität gelten Spannungen rund um den Iran. Zugleich hatte US-Präsident Trump zuletzt signalisiert, vorerst auf militärische Optionen zu verzichten und auf laufende Verhandlungen zu setzen. Für Japans Wirtschaft bleibt damit ein widersprüchliches Bild: Die Binnenwirtschaft und die Exportnachfrage tragen, doch die Energiepreise und die Unsicherheit am Ölmarkt können die Erholung schnell wieder belasten.
Der nächste Blick gilt nun weniger dem heutigen Börsenauftrieb als der Frage, ob sich das Wachstum trotz teurer Energie halten lässt. Für Anleger heißt das: Die starken Banken, die unter steigenden Anleiherenditen profitieren, könnten Rückenwind behalten, während zyklische und technologieabhängige Werte weiter stärker schwanken dürften.

