Jonathan Andic ist nach seiner Festnahme in Barcelona gegen eine Kaution von 1 Million Euro wieder auf freiem Fuß. Der älteste Sohn des Mango-Gründers Isak Andic war am Dienstag im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Tod seines Vaters festgenommen und später einem Untersuchungsrichter vorgeführt worden.
Der 44-Jährige wurde laut Berichten in Handschellen vor das Gericht Nummer 5 in Martorell bei Barcelona gebracht. Die Polizei hatte ihn zuvor im Zuge der Ermittlungen in Barcelona festgesetzt, nachdem der Tod des 71 Jahre alten Isak Andic am 14. Dezember 2024 zunächst als Unfall behandelt worden war.
Für den Namen Andic steht an diesem Tag mehr auf dem Spiel als nur ein Familienkonflikt. Nach Angaben der katalanischen Polizei Mossos d'Esquadra glaubten die Ermittler, Jonathan Andic sei der einzige Begleiter gewesen, als sein Vater in den Salpeterhöhlen von Collbató rund 40 Kilometer nordwestlich von Barcelona aus etwa 150 Metern Höhe stürzte. RTVE berichtete, gegen ihn werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Polizei sagte zudem, sie habe Widersprüche in seiner Aussage gefunden.
Die Ermittlungen begannen nach Isak Andics Tod bei einem Familienausflug in den Montserrat-Bergen nahe Barcelona. Der Mango-Gründer galt mit einem geschätzten Vermögen von rund 4,5 Milliarden Euro als einer der reichsten Männer Spaniens. Jonathan Andic und seine beiden Schwestern besitzen nach Angaben der Financial Times 95 Prozent von Mango, während Konzernchef Toni Ruiz die restlichen 5 Prozent hält.
Jonathan Andic sitzt zudem im Aufsichtsrat des Unternehmens, hat dort aber keine operative Funktion. Genau diese Nähe zum Modekonzern macht den Fall über den privaten Rahmen hinaus relevant: Was als tragischer Todesfall begann, hat sich zu einer strafrechtlichen Untersuchung entwickelt, die nun einen direkten Erben des Unternehmens betrifft. Die 1-Million-Euro-Kaution verschafft ihm vorerst Freiheit, aber sie beendet das Verfahren nicht.

