Der deutsche Arbeitsmarkt ist zu Jahresbeginn 2026 erneut geschrumpft. Von Januar bis März waren im Schnitt rund 45,6 Millionen Menschen erwerbstätig, wie die Zahlen für das erste Quartal zeigen. Das waren 61.000 oder 0,1 Prozent weniger als im vorangegangenen Vierteljahr.
Damit setzte sich die Abwärtsbewegung fort, denn schon in den beiden Quartalen davor war die Beschäftigung jeweils um 0,1 Prozent gesunken. Ohne saisonale Bereinigung fiel der Rückgang noch deutlicher aus: Gegenüber den letzten drei Monaten 2025 nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 486.000 beziehungsweise 1,1 Prozent ab. Das war mehr als 100.000 Personen stärker als im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025.
Die Dienstleister konnten sich als einzige große Gruppe dem negativen Trend entziehen. Sie legten im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 45.000 Personen oder 0,1 Prozent zu. Besonders stark wuchs der Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit mit einem Plus von 181.000 Beschäftigten oder 1,5 Prozent. Auch die sonstigen Dienstleister verzeichneten ein Plus von 21.000 Personen oder 0,7 Prozent, die Finanz- und Versicherungsdienstleister bauten 13.000 Stellen auf, und im Bereich Information und Kommunikation fiel der Rückgang mit 24.000 Personen oder 1,5 Prozent kleiner aus als in anderen Branchen.
Deutlich schwächer entwickelte sich dagegen das Produzierende Gewerbe ohne Bau. Dort sank die Erwerbstätigenzahl um 171.000 Personen oder 2,1 Prozent. Im Baugewerbe gab es ein Minus von 27.000 Beschäftigten oder 1,1 Prozent, in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei ging die Zahl um 4.000 Personen oder 0,7 Prozent zurück. Auch bei den Unternehmensdienstleistern vergrößerte sich das Minus auf 72.000 Personen oder 1,2 Prozent, während im Handel, Verkehr und Gastgewerbe 81.000 Arbeitsplätze oder 0,8 Prozent wegfielen.
Der deutsche Wert lag damit klar unter dem europäischen Schnitt. Im Euroraum stieg die Erwerbstätigkeit im gleichen Zeitraum um 0,5 Prozent, in der gesamten EU um 0,6 Prozent. Deutschland entwickelte sich also schwächer als der europäische Durchschnitt, obwohl der Rückgang im ersten Quartal in dieser Jahreszeit laut den vorliegenden Zahlen grundsätzlich nicht ungewöhnlich ist.
Für das laufende zweite Quartal 2026 zeichnet sich dennoch keine rasche Wende ab. Die Bundesregierung rechnet nicht mit einem kräftigen Aufschwung. Das Wirtschaftsministerium sagte, die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt bleibe in diesem Jahr weitgehend aus. Wegen der schwachen Arbeitsnachfrage und der hohen Unsicherheit sei eine Belebung nicht absehbar. Für Beschäftigte und Unternehmen heißt das: Die ersten Monate des Jahres könnten nicht der Ausreißer gewesen sein, sondern eher der Ton für den weiteren Verlauf.

