Ab dem 22. Mai soll die Plöckenpass-Straße nach der monatelangen Totalsperre wieder geöffnet werden. Zunächst ist die Verbindung zwischen Kärnten und Italien nur einspurig und für den Normalverkehr freigegeben.
Für die Menschen und Betriebe auf beiden Seiten der Grenze ist das eine spürbare Entlastung nach Wochen ohne reguläre Verbindung. Zugleich bleibt der Blick auf die Zukunft gerichtet: Seit über einem Jahr wird nach einer langfristigen Lösung für den Plöckenpass gesucht, der Kärnten mit Italien verbindet.
Vergangenes Jahr erarbeitete eine Arbeitsgruppe zwei mögliche Lösungen für eine ganzjährige Befahrbarkeit. Zur Wahl stehen ein Scheiteltunnel und eine Alternativtrasse. Die Region Friaul-Julisch Venetien bevorzugt den Scheiteltunnel als dauerhafte Antwort auf die wiederkehrenden Probleme an der Passstraße.
Die politische Linie ist klar, die Finanzierung aber nicht. Cristina Amirante hat in einem Schreiben an das Infrastrukturministerium in Rom beantragt, das Projekt Plöckenpass in die nationalen Prioritäten aufzunehmen. Damit soll der Weg für die weitere Planung geebnet werden, doch ohne Geld bleibt jede Variante Theorie.
Martin Gruber sagte, noch sei nicht feststehend, welche Lösung es am Ende werde. Entscheidend sei, was finanzierbar sei. Er sprach von hunderten Millionen an Investitionen und davon, dass Länder wie Kärnten oder Friaul das nicht aus den eigenen Haushalten stemmen könnten. Die Umsetzung der diskutierten Varianten werde zudem noch fünf bis 15 Jahre dauern.
Genau darin liegt der Kern des Projekts: Die Straße öffnet zwar am 22. Mai wieder, aber die eigentliche Frage ist nicht die kurzfristige Freigabe, sondern ob Kärnten und Friaul-Julisch Venetien die Mittel und die Zustimmung ihrer Nationalregierungen für eine dauerhafte Lösung bekommen. Erst dann wird aus der provisorischen Rückkehr zum Normalverkehr eine belastbare Verbindung über den Plöckenpass.

