Lesen: Raoul Roßmann grenzt sich klar von der AfD und Höcke ab

Raoul Roßmann grenzt sich klar von der AfD und Höcke ab

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hat sich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung deutlich von der AfD abgegrenzt und gesagt: „Ich möchte nicht bei uns in der Firma begrüßen“. Der Unternehmer stellte zugleich klar, dass ihn im Moment weniger der Zugewinn der AfD frustriere als das Verhalten der . „Mich frustriert momentan weniger der Zugewinn der AfD. Mich frustriert, dass die Bundesregierung ihren Handlungsspielraum nicht nutzt“, sagte Roßmann.

Mit dieser Haltung zählt Roßmann zu den wenigen Unternehmern in Deutschland, die politische Positionen so offen formulieren. Seine Aussagen reichen dabei weit über die AfD hinaus. Er sagte, einige wenige Monopolisten könnten zwar von Rechtspopulisten profitieren, viele Unternehmen verlören jedoch. Die wirtschaftlichen Folgen politischer Verschiebungen sind für ihn damit kein Nebenschauplatz, sondern Teil der eigentlichen Rechnung.

Roßmann verband seine Kritik an der Politik mit einer klaren Einschätzung über Ungarn und den dortigen Regierungswechsel. „Ich bin überaus dankbar, dass Herr Orbán abgewählt worden ist“, sagte er. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er die eigene Stellung im Unternehmen nicht als gerecht empfindet. Auf die Frage nach seinem Vermögen im Verhältnis zu den Beschäftigten sagte er: „Nein, das ist überhaupt nicht gerecht.“ Dass er mehr besitzt, als eine Kassiererin bei Rossmann je verdienen könne, nannte er ebenfalls unfair.

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Der Unternehmer verteidigte dennoch ein marktwirtschaftliches Modell, das nicht moralisch vollkommen sein müsse. Über die Erbschaftssteuer sagte er, man könne sie effizienter und möglicherweise auch höher gestalten; eine Vermögenssteuer lehnte er dagegen als „schrecklich ineffizient“ ab. Roßmann sagte zudem, man hätte eine solche Belastung ohne Weiteres ausgehalten und gern bezahlt. Damit bleibt er bei der Grundlinie: mehr Umverteilung über Erbschaften, aber keine neue Vermögensabgabe.

Auch bei Tesla zog Roßmann Konsequenzen aus seiner politischen Haltung. Rossmann boykottierte das Unternehmen, weil er Donald Trumps Wahlkampf nicht mitfinanzieren wollte. Zugleich warf er vor, sich „mit einer unglaublichen Penetranz in europäische Angelegenheiten eingemischt“ zu haben. Seine Kritik richtet sich damit nicht nur gegen einzelne Politiker, sondern auch gegen Unternehmer, die aus seiner Sicht politisch zu weit in öffentliche Debatten eingreifen.

Am deutlichsten wird Roßmanns Distanzierung von Familienlogik und Besitzfragen bei der Nachfolge. Er sagte, falls sich der bestmögliche Nachfolger nicht in der Familie finde, werde er außerhalb gesucht. Das private Vermögen der Erben sei für ihn zweitrangig; die Verteilung sei ohnehin abgeschlossen, und jeder werde genug haben. „Die ist sowieso längst abgeschlossen. Jeder wird genug haben“, sagte er. Für ein Familienunternehmen ist das eine ungewöhnlich offene Absage an die Idee, dass Eigentum automatisch innerhalb der Familie bleiben müsse.

Genau darin liegt die besondere Wucht seiner Aussagen: Roßmann kritisiert die Bundesregierung, grenzt sich von der AfD ab, fordert einen härteren Blick auf Erbschaften und hält zugleich an einer nüchternen, fast unromantischen Sicht auf Familienvermögen fest. Im Ergebnis positioniert er sich als Unternehmer, der politische Klarheit höher bewertet als Loyalität zu jeder parteipolitischen Richtung — und der auch in der Frage seiner eigenen Nachfolge keinen Hehl daraus macht, dass am Ende Leistung vor Herkunft stehen soll.

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