Nvidia bereitet sich darauf vor, die Zahlen für das Ende des ersten Geschäftsquartals 2027 vorzulegen. Am Markt wird für das laufende Quartal ein Umsatz von 79 Milliarden Dollar erwartet, nach 68 Milliarden Dollar im Vorquartal.
Für Anleger ist das weit mehr als ein gewöhnlicher Termin im Kalender. Die Aktie hat seit Ende 2022 um mehr als 1400 Prozent zugelegt und liegt seit Beginn des Jahres 2026 um 19 Prozent vorne. Damit hat Nvidia den breiten US-Markt in diesem Zeitraum ungefähr doppelt so stark geschlagen, auch wenn die Aktie im selben Zeitraum hinter dem Halbleitersektor zurückgeblieben ist – je nach Index um 30 bis mehr als 40 Prozentpunkte.
Diese Spannweite erklärt, warum die Nvidia Quartalszahlen heute nicht nur an den eigenen Hochrechnungen gemessen werden. Nvidia bleibt der führende Chipkonzern der Branche, doch Rivalen versuchen mit KI-Chips Marktanteile zu gewinnen. Zugleich vergleichen Investoren den Konzern nicht mehr nur mit anderen Chipfirmen, sondern auch mit den großen KI-orientierten Hyperscalern, die selbst Nvidia-Chips kaufen und damit indirekt zu einem Teil derselben Investitionswelle werden.
Die Bewertung macht die Lage zusätzlich empfindlich. Nvidia wird mit fast dem 24-Fachen des Gewinns gehandelt. Das ist niedriger als bei Broadcom mit 28-fachem Gewinn und weit unter AMD mit 45-fach sowie Intel mit 84-fach. Im Kreis der großen Tech-Schwergewichte liegt Alphabet bei rund 27-fach, Amazon bei 24,5-fach, Microsoft bei 22,1-fach und Meta bei 16,8-fach. Nvidia wirkt damit nicht mehr als die teuerste Wette im Markt, bleibt aber ein hoch bewertetes Unternehmen, obwohl die Aktie in diesem Jahr hinter dem Halbleitersektor zurückgefallen ist.
Genau daraus entsteht der Druck auf den Bericht: Das Unternehmen muss nicht nur bestätigen, dass das Wachstum hält. Es muss auch zeigen, dass die Anleger trotz einer enormen Rally und einer immer noch anspruchsvollen Bewertung weiter auf mehr setzen können. Wenn die Erwartungen von 79 Milliarden Dollar nur erfüllt und nicht übertroffen werden, könnte der Fokus schnell von der Größe des Geschäfts auf die Frage wechseln, wie viel von diesem Wachstum bereits im Kurs steckt.

