Peter Thiel hat in Buenos Aires eine Villa für 12 Millionen Dollar im exklusiven Viertel Barrio Parque gekauft und ist mit seinem Ehemann Matt Danzeisen sowie den Kindern in Argentinien angekommen. Der Milliardär, der schon im Mai 2024 Präsident Javier Milei in der Casa Rosada getroffen hatte, bleibt nach Angaben aus dem Umfeld länger im Land, um Investitionschancen in strategischen Sektoren zu prüfen.
Für die argentinische Regierung kommt sein Besuch zu einem Zeitpunkt, an dem sie die Rolle der Secretaría de Inteligencia del Estado, kurz SIDE, ausgebaut und mehrere staatliche Datenbanken unter einem neuen Rahmen namens National Intelligence Community zusammengeführt hat. Thiel gilt in Buenos Aires als ideologisch eng mit Mileis radikalem Freihandelskurs verbunden, und sein Name zieht deshalb weit über die Immobilienfrage hinaus Aufmerksamkeit auf sich.
Besonders heikel ist das wegen Palantir Technologies, das Thiel mit aufgebaut hat und das aus der Zusammenarbeit mit US-Verteidigungs- und Nachrichtendiensten hervorging. Das Unternehmen ist auf großangelegte Datenintegration, Predictive Analytics und Systeme zur Verhaltensprofilierung für Regierungen und Militärorganisationen spezialisiert — genau jene Art von Technologie, vor der Kritiker seit Jahren als einer Form von „surveillance capitalism infrastructure“ oder als „digital arm of intelligence infrastructure“ warnen.
Nach den vorliegenden Angaben traf Thiel zunächst Federico Sturzenegger, bevor er formelle Gespräche mit Milei führte, und er sprach auch mit hochrangigen Beratern, die mit den Strukturen der Geheimdienstkoordination verbunden sind. Damit bewegt sich der Milliardär in einem politischen Umfeld, das unter Milei einen tiefen Umbau von Staat, Daten und Kontrolle erlebt hat.
Rechte Gruppen sehen in der stärkeren Bündelung von Informationen ein wachsendes Risiko für zentralisierte Überwachung und weniger Transparenz im Umgang mit Daten. Genau darin liegt die Spannung um Thiels Aufenthalt: Er kommt nicht nur als Investor, sondern als Symbol für eine Technologie- und Machtlogik, die in Argentinien gerade erst neu geordnet wird.
Für Thiel ist das Land damit mehr als ein weiterer Stopp auf der Karte. Für Mileis Regierung ist sein Besuch ein Signal, dass sich ihr wirtschaftspolitischer Kurs bis in die Kreise zieht, in denen Kapital, Daten und Sicherheitsstaat enger zusammenrücken als vielen in Buenos Aires lieb ist.

