Die katalanische Polizei hat Jonathan Andic im Zusammenhang mit dem Tod seines Vaters Isak Andic festgenommen. Der 71-jährige Gründer von Mango war im Dezember 2024 bei einer Wanderung in Montserrat gestorben, nachdem er offenbar 100 Meter in eine Schlucht gestürzt war – an seiner Seite war damals sein Sohn.
Jonathan Andic ist heute Vizevorsitzender des Mango-Verwaltungsrats. Die Festnahme markiert einen neuen und weit schwereren Abschnitt in einem Fall, der zunächst als Unfall behandelt worden war und später von Polizei- und Justizkreisen als mögliches Tötungsdelikt eingestuft wurde. Eine Familie hatte nach dem Tod erklärt, sie sei zuversichtlich, dass Jonathans Unschuld bewiesen werde.
Isak Andic war 1953 in Istanbul in eine sephardisch-jüdische Familie geboren worden und kam Ende der 1960er-Jahre mit Verwandten nach Katalonien. Dort eröffnete er 1984 seinen ersten Mango-Laden und baute die Marke anschließend in Europa aus. Mango wurde damit zu einem der bekanntesten Namen im Modehandel und zu dem Unternehmen, mit dem Andic seinen Namen untrennbar verband.
Nach Angaben einer Familienvertretung wird Jonathan Andic zu den Umständen des Todes seines Vaters befragt. Die Familie erklärte zuvor, die Zusammenarbeit mit den Behörden sei und bleibe vollständig. Zugleich betonte sie, sie habe sich in all den Monaten nicht zum Tod von Isak Andic geäußert und werde den Ermittlungen weiterhin Respekt entgegenbringen. Der Fall ist nicht neu, aber die Festnahme verschiebt sein Gewicht: Aus einem Ermittlungsstrang über einen tödlichen Sturz ist nun ein Verfahren geworden, in dem die Polizei einen Angehörigen des Opfers ins Zentrum rückt.
Für Mango ist das heikel, weil Jonathan Andic nicht nur der Sohn des Gründers ist, sondern auch eine Führungsrolle im Unternehmen innehat. Die Familie setzt weiterhin auf Aufklärung durch die Ermittler. Entscheidend ist nun, ob die bisherigen Hinweise für eine Anklage reichen oder ob sich der Verdacht am Ende nicht tragen lässt. Die Antwort darauf wird darüber entscheiden, ob dieser Fall als tragischer Bergunfall oder als etwas weitaus Schwerwiegenderes in Erinnerung bleibt.

