Nathaniel Brown steht an diesem Samstag in Frankfurt vor dem Spiel, das für seine WM-Hoffnungen noch einmal alles bündeln könnte. Der 22 Jahre alte Außenverteidiger trifft mit Eintracht Frankfurt um 15.30 Uhr auf Stuttgart, und Bundestrainer Julian Nagelsmann wird im Stadion erwartet.
Fünf Tage später will Nagelsmann seinen finalen Kader für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko von Juni 11 bis Juli 19 bekanntgeben. Für Brown ist die Partie damit mehr als nur der Bundesliga-Abschluss. Es ist seine letzte große Bewerbung um einen Platz im Aufgebot.
Brown hat in dieser Saison einen starken Eindruck hinterlassen. Bei seinem Debüt für Deutschland fiel er positiv auf, in den beiden vorangegangenen Lehrgängen gehörte er bereits zum Kreis der Nationalmannschaft. Im Team gilt er intern als Favorit auf das WM-Ticket, auch weil auf seiner Position am Ende wohl nur noch ein Platz neben Leipzigs David Raum frei ist. Brown konkurriert direkt mit Stuttgarts Maximilian Mittelstädt um diesen letzten linken Verteidigerplatz.
Der Frankfurter selbst gibt sich zurückhaltend. Über sein Gespräch mit Nagelsmann beim letzten Lehrgang sagte Brown, das bleibe zwischen Trainer und ihm. Es sei auf jeden Fall ein gutes Gespräch gewesen. Er sei zufrieden mit seiner Rolle und vor allem froh, überhaupt dabei zu sein. Er hoffe, dass es klappt. Natürlich wolle er spielen, sagte Brown, doch schon Teil dieses Turniers zu sein, wäre etwas sehr Besonderes.
Die sportliche Lage in Frankfurt verleiht der Sache zusätzlich Gewicht. Von bis zu 13 möglichen Weltcup-Spielern im Kader des Clubs werden voraussichtlich nur etwa sechs Frankfurter den Sprung in das Turnier schaffen. Dass Brown einer der gefragtesten Namen ist, passt auch zu seinem Marktwert auf dem Papier: Mehrere Spitzenclubs in Europa beobachten ihn, darunter Real Madrid, Barcelona und Arsenal. Eintracht Frankfurt soll für einen Transfer rund 65 Millionen Euro verlangen.
Ein Verbleib am Main gilt derzeit als unwahrscheinlich. Für Brown könnte das Spiel gegen Stuttgart also nicht nur die letzte Chance auf einen Platz im deutschen WM-Kader sein, sondern womöglich auch sein letztes in einem Eintracht-Trikot. Gerade deshalb bekommt dieses Finale einen persönlichen Unterton, der über die Tabelle hinausgeht. Für den 22-Jährigen geht es am Samstag nicht nur um Punkte, sondern um die Frage, ob aus einer starken Saison der Sprung auf die größte Bühne des Jahres wird.

