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TotalEnergies will Offshore-windpark-Flächen zurückgeben und Geld vom Staat

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will sich aus mehreren deutschen Offshore-windpark-Flächen zurückziehen und fordert dafür Geld vom Staat zurück. Die Gesellschaft verlangt nach Informationen aus einem internen Papier die Rückgabe einer Sicherheitsleistung von 750 Millionen Euro sowie einen Preisnachlass für die Voruntersuchung der Gebiete.

Betroffen sind Flächen, für die der Konzern 2023 in einer Auktion fast sechs Milliarden Euro bot und 2024 noch einmal fast zwei Milliarden Euro. Die Areale sind für Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 7,5 Gigawatt vorgesehen. Bislang hat TotalEnergies aber erst etwa 10 Prozent der Gebotssumme gezahlt. Das Unternehmen hat die Sicherheitsleistung von 750 Millionen Euro hinterlegt und will sie nun zurück. Nach Angaben des Konzerns sind Verzögerungen beim Netzausbau und veränderte wirtschaftliche Bedingungen der Grund für den vorgeschlagenen Rückzug. Schriftlich teilte TotalEnergies zudem mit, man habe bereits stark in die Umsetzung der Offshore-Projekte investiert. Ein Sprecher sagte: „Unsere Priorität ist und bleibt die Entwicklung der Flächen“.

Die Pläne fallen in eine Phase, in der die Offshore-Flächen Teil des größeren deutschen Ausbaus von Windkraft und Netzinfrastruktur sind. Die Einnahmen aus den Auktionen sollten zu 90 Prozent dazu dienen, Netzentgelte zu begrenzen und damit auch die Strompreise zu dämpfen. Wenn der Vorschlag von TotalEnergies Wirklichkeit würde, fehlten dem System mehr als sieben Milliarden Euro. Das Ergebnis wäre wohl eine deutliche Verzögerung beim Netzausbau. Noch gebaut ist auf den Flächen allerdings nichts; aus dem internen Papier, das NDR und SZ gesehen haben, geht hervor, dass einzelne Projekte aus den Auktionsrunden 2023 bis 2025 womöglich nicht mehr realisiert werden.

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Für die Branche kommt der Vorstoß nicht aus heiterem Himmel, aber er trifft sie in einem empfindlichen Moment. Bereits Anfang Mai hatte sich die Stimmung im spürbar gedreht, nachdem bei einer internen ein Total-Vertreter nach Angaben von Teilnehmern erklärt hatte: „Damals unterlegene Bieter könnten ihm gerne Angebote unterbreiten“. Die nächsten Auktionen sind frühestens erst im nächsten Jahr vorgesehen. Bis dahin bleibt offen, ob der Staat an den bereits vereinnahmten Milliarden festhält oder ob er auf einen teuren Ausstieg eines Konzerns reagieren muss, der sich mit seinen Milliardenbieten zu einem der großen Namen in der deutschen Windbranche gemacht hat.

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