Lesen: Gordon Schnieder: CDU-Politiker aus Birresborn wird Ministerpräsident in Mainz

Gordon Schnieder: CDU-Politiker aus Birresborn wird Ministerpräsident in Mainz

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ist am Dienstag in Mainz vom zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Damit endet in Rheinland-Pfalz die Ära der SPD-geführten Landesregierungen, und ein Politiker aus der Vulkaneifel übernimmt die Regierungsgeschäfte.

Für viele in Birresborn, dem Heimatort des CDU-Politikers im Kreis Vulkaneifel, ist der Aufstieg kein politischer Zufall, sondern die Folge eines Lebenswegs, den man dort seit Jahren kennt. Der Ort hat nur etwa 1.100 Einwohner, und Schnieder ist dort seit langem mehr als ein Name auf dem Wahlzettel. , die in Birresborn einen Dekorationsladen führt, kennt ihn seit ihrer Kindheit. Sie ging mit ihm zur Schule und ist mit der Familie Schnieder befreundet. Über ihn sagt sie: „Ich finde, dass er ein Mensch ist, der wenn er was sagt, dann Wort hält.“ Sie beschreibt ihn als bodenständig, humorvoll und als Familienmenschen. Auch die Formulierung „Oder einfach nur als Gordon“ steht für die Nähe, mit der ihn viele im Dorf sehen.

, der in Birresborn einen Malerbetrieb führt, schildert Schnieder als jemanden, der trotz voller Termine Zeit für den Ort fand. Beide hätten gemeinsam Feste gefeiert und Karten gespielt, sagt er. „Er ist ein Birresborner und bleibt ein Birresborner“, sagt Bernitt. Er geht davon aus, dass die Familie Schnieder in Birresborn wohnen bleibt. Diese Verankerung erklärt einen Teil der Wirkung, die seine Wahl über Rheinland-Pfalz hinaus in der Heimat auslöst: Für viele dort ist der neue Ministerpräsident kein entfernter Landesvater, sondern einer von ihnen.

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Politisch fällt Schnieders Wahl in eine Phase, in der die Erwartungen an die neue Regierung klar benannt werden. Bernitt hofft auf mehr Praxisnähe in den Schulen, mehr Interesse junger Menschen an der beruflichen Ausbildung und einen besseren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Schlederer sorgt sich vor allem um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Das sind Themen, die in einem kleinen Ort wie Birresborn nicht abstrakt bleiben. Wenn Ärzte fehlen, Busse selten fahren oder Schulen am Alltag vorbeigehen, spürt man das sofort. Gerade deshalb wird Schnieders Herkunft in seiner Heimat nicht nur als biografische Randnotiz gelesen, sondern als Prüfstein für seine Amtszeit.

Dass er sich in Mainz nun an die Spitze des Landes setzt, ist für Birresborn auch deshalb bemerkenswert, weil Schnieder dort schon früher Verantwortung getragen hat, unter anderem als Bürgermeister des Ortes. Er präsentierte sich in seinem politischen Aufstieg stets als verwurzelt und seiner Region verbunden. Die macht aus dieser Selbstdarstellung nun ein Regierungsversprechen. Ob er die Nähe, die ihm in Birresborn viele zuschreiben, auch im Amt bewahrt, wird sich daran messen lassen, ob die neuen Schwerpunkte bei Schule, Ausbildung, Verkehr und Gesundheit im ländlichen Raum sichtbar werden.

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