Lesen: Sammelklage gegen Amazon Prime Video wächst vor Münchner Gericht

Sammelklage gegen Amazon Prime Video wächst vor Münchner Gericht

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Vor dem hat am 19. Mai die erste mündliche Verhandlung in der Sammelklage gegen begonnen. Im Streit geht es darum, dass Amazon in Deutschland seit dem 5. Februar 2024 zusätzliche Werbung zeigt und zugleich die Bild- und Tonqualität reduziert hat.

Für Nutzer ohne Werbung verlangt Amazon seitdem einen monatlichen Aufpreis von 2,99 Euro. Mehr als 218.000 Menschen hatten sich bis Mitte Mai 2026 bereits dem Verfahren angeschlossen, und Betroffene können sich noch bis zum 9. Juni eintragen. Die bringt die Sammelklage voran.

Die Auseinandersetzung dreht sich um die Frage, ob Amazon seinen Kundinnen und Kunden für das adfreie Streamen zu Recht extra zur Kasse bittet. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Sachsen könnten im Februar 2024 bis zu 17 Millionen Amazon-Prime-Video-Kunden betroffen gewesen sein. Die Organisation spricht von der bislang größten Sammelklage in Deutschland.

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Amazon hält dagegen, die Nutzer hätten ihre Verträge schon vor langer Zeit kündigen können, wenn sie die neuen Regeln nicht akzeptieren wollten. Genau dort liegt der Kern des Verfahrens: Es geht nicht nur um die 2,99 Euro im Monat, sondern auch darum, wie weit ein Anbieter ein laufendes Abo unter veränderten Bedingungen umstellen darf, ohne den Kunden einen wirksamen Ausweg zu verschaffen.

Wenn keine Einigung zustande kommt, dürfte sich der Streit noch über Jahre hinziehen. Das Klageregister ist seit Mai 2024 geöffnet, und das laufende Verfahren in München könnte damit erst der Anfang eines langwierigen Tests für Deutschlands Verbandsklagerecht sein.

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