Energie Cottbus hat es geschafft: Mit dem 1:0 in Regensburg machte der Club den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt. Für Claus-Dieter Wollitz, 60, war es der Abschluss einer Rückkehr, die 2021 begann und den Verein aus der Regionalliga zurück in den Profifußball führte.
Wollitz sprach nach dem größten Erfolg des Clubs seit zwölf Jahren von einer außergewöhnlichen Reise und meinte damit die fünf Jahre, in denen er Cottbus erst wieder in die 3. Liga und nun weiter nach oben führte. Dass es so weit kommen konnte, lag auch an der besonderen Rolle, die er im Klub spielt: Dominik Pelivan nannte ihn einen Menschen, der für diesen Verein ein riesiges Stück ausmache, Anderson Lucoqui sagte, Wollitz sei das Gesicht von Cottbus und halte die Mannschaft zusammen.
Die Bedeutung dieses Aufstiegs reicht weit über einen Tabellenplatz hinaus. Als Wollitz 2021 zum dritten Mal nach Cottbus zurückkehrte, steckte der Club noch in der Regionalliga fest. In der Lausitz gilt er seither als Identifikationsfigur, und die Rückkehr in die 2. Bundesliga ist die sichtbare Folge eines langen Umbaus, der mit Geduld und Vertrauen verbunden war. Wollitz sagte selbst, es komme selten vor, dass Menschen einen so arbeiten ließen, so viel Unterstützung gäben und auch die Freiheit, Fehler machen zu dürfen.
Genau dort liegt auch die Spannung dieser Geschichte: Cottbus’ sportlicher Aufstieg war nie nur eine Frage von Punkten und Ergebnissen, sondern auch von Haltung und Bindung. Jannis Boziaris berichtete, Wollitz habe ihm wochenlang gesagt, er solle geduldig bleiben, er werde treffen und ein wichtiges Tor schießen. Lukas Michelbrink nannte ihn schlicht einen geilen Trainer. Solche Sätze sind in einem Fußballverein nicht nebensächlich, sondern Teil dessen, was eine Mannschaft trägt, wenn der Druck steigt.
Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans auf dem Cottbuser Altmarkt bis tief in die Nacht. Für Energie Cottbus ist dieser Abend mehr als ein sportlicher Erfolg. Er markiert den Moment, in dem ein Klub, der lange feststeckte, wieder im deutschen Profifußball angekommen ist — und in dem Claus-Dieter Wollitz nach drei Amtszeiten erneut bewiesen hat, warum er in Cottbus mehr ist als nur ein Trainer.

