Kylian Mbappé dürfte am Sonntag im Sánchez Pizjuán gegen Sevilla in der Startelf stehen. Für Real Madrid wäre das mehr als nur eine Personalie, denn der Franzose geht mit der Last einer ungewöhnlich aufgeheizten Woche in das Spiel.
Mbappé hatte nach dem Spiel gegen Oviedo für Aufsehen gesorgt, als er sagte, Álvaro Arbeloa habe ihm mitgeteilt, er sei derzeit nur der vierte Stürmer im Kader. Arbeloa wies das umgehend zurück und sagte, er würde einem Spieler „niemals so etwas sagen“; zudem gebe es vermutlich ein Missverständnis auf Seiten des Franzosen.
Der Streit kam nicht aus dem Nichts. Mbappé hatte den Clasico gegen Barcelona verpasst, war dann rasch gegen Oviedo zurückgekehrt und musste dort erleben, wie ein Teil der Real-Madrid-Fans seine Einsatzbereitschaft infrage stellte. Als er in der Schlussphase eingewechselt wurde, hagelte es deutliche Pfiffe. Für einen Spieler, der bei seinem Klubstart ohnehin unter besonderer Beobachtung steht, war das ein deutliches Signal aus der Tribüne.
Gleichzeitig bleibt Mbappé sportlich ein zentraler Faktor. In der Jagd um die Bota de Oro führt er Muriqi um zwei Tore, ein Vorsprung, der in dieser Phase der Saison über die Wahrnehmung eines ganzen Frühjahrs entscheiden kann. Für Real Madrid selbst ist die Lage noch breiter aufgeladen: Die Mannschaft hat laut Berichten eine sehr komplizierte Saison auf und neben dem Platz hinter sich, und die Partie in Sevilla fällt in eine Phase, in der sportlich fast nur noch die letzten Eindrücke zählen.
Genau darin liegt die Reibung dieses Abends. Nach außen ist die Personalie Mbappé eine Frage der Aufstellung; nach innen ist sie ein weiterer Test dafür, wie viel Ruhe Real Madrid in einer fast abgeschlossenen Saison noch herstellen kann. Ein Start in Sevilla würde den Blick sofort wieder auf Leistung und Tore lenken. Ein weiterer Auftritt unter Misstrauen würde dagegen zeigen, dass der Konflikt um Rollen, Erwartungen und die Reaktion der eigenen Anhänger längst nicht vorbei ist.
Für Mbappé geht es damit nicht nur um einen Einsatz im Sánchez Pizjuán, sondern um die nächste Antwort auf eine Woche, in der ein Satz über den vierten Stürmer größer geworden ist als das Spiel selbst. Und für Real Madrid ist Sevilla – Real Madrid weit mehr als ein Termin im Kalender: Es ist die Chance, ein lärmendes Thema wenigstens vorübergehend wieder dem Fußball zu unterordnen.

