Manuel Pellegrini hat Real Betis nach 21 Jahren zurück in die Champions League geführt. Der 2:1-Sieg gegen Elche und Celta de Vigos Niederlage gegen Levante besiegelten am Ende eine Qualifikation, die in Sevilla schon lange als möglich, aber nie als selbstverständlich galt.
Für Betis ist es der nächste Meilenstein in einer Ära, die seit Juli 2020 läuft und den Klub verändert hat. Pellegrini brachte den Verein erst in die Europa, dann immer weiter nach oben, bis hin zu sechs aufeinanderfolgenden Spielzeiten im Europapokal. Vor der aktuellen Etappe hatte der Chilene bereits sein 309. Spiel für Betis als Trainer bestritten und 145 Siege gesammelt. In einem Verein mit 119-jähriger Geschichte ist das mehr als nur eine starke Bilanz. Es ist eine neue Messlatte.
Juan Merino, früher selbst Spieler von Betis und mit 315 Einsätzen die Nummer sechs der Klubhistorie, beschreibt den Start der Pellegrini-Zeit als Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Er erinnert daran, dass die Mannschaft in der Vorsaison in der unteren Tabellenhälfte gelandet war und der Klub mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte. Pellegrini habe dennoch sofort Vertrauen in den Kader gesetzt und Betis schon im ersten Jahr wieder ins internationale Geschäft geführt. Danach, so Merino, habe der Coach Jahr für Jahr die Ziele nicht nur erreicht, sondern oft übertroffen.
Die Bedeutung dieses Laufs wird auch von früheren Betis-Profis unterstrichen. Robert Jarni, der von 1995 bis 1998 für den Verein spielte, nennt Pellegrini den besten Trainer in der Geschichte von Betis. Alejandro Lembo geht noch weiter und bezeichnet den Chilenen als den wichtigsten Coach, den der Klub je gehabt habe. Für beide ist die Champions-League-Qualifikation keine Ausreißerleistung, sondern die logische Folge eines Projekts, das über Jahre gewachsen ist.
Merino sprach zugleich von einem „magischen Moment“ für die Fans, als Betis die Königsklasse erreichte. Genau darin liegt der Kern dieser Geschichte: Pellegrini hat nicht nur Ergebnisse geliefert, sondern eine Mannschaft aufgebaut, die in Spanien dauerhaft oben mitspielt. Die offene Frage ist deshalb nicht mehr, ob Betis unter ihm Geschichte schreibt. Sie lautet, wie weit dieser Lauf einen Klub tragen kann, der sich unter dem Chilenen bereits neu erfunden hat.

