Dem SV Elversberg fehlt nur noch ein Sieg zur ersten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte. Heute um 15.30 Uhr empfängt die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner Preußen Münster im Stadion an der Kaiserlinde, und schon weniger als zwei Stunden nach dem Anpfiff könnte der Aufstieg perfekt sein.
Wagner sprach vor dem Spiel von einer „Endspielwoche“ und sagte mit Blick auf die besondere Lage: „Naja, es ist auf jeden Fall eine Endspielwoche. Wenn ich mich hier umgucke, scheint ja schon irgendwas los zu sein dieses Wochenende.“ Der Trainer machte zugleich klar, dass er von seinem Team eine Reaktion auf den Druck erwartet: „Wenn er sagt, dass er eine gewisse Anspannung verspürt, dann darf ich das auch verspüren und dann dürfen die Jungs das auch verspüren.“
Elversberg geht mit einem Vorsprung in die Partie, weil der Klub bei Punktgleichheit mit Hannover 96 und dem SC Paderborn die bessere Tordifferenz besitzt. Dass die Tabelle an diesem letzten Abschnitt der Saison noch einmal so eng ist, erhöht den Wert jedes Tores. Für Elversberg zählt deshalb nicht nur der Sieg, sondern auch, die Nerven in einem Spiel zu behalten, das schon früh über eine historische Entscheidung fallen kann.
Preußen Münster reist als bereits abgestiegener Gegner an. Die Mannschaft stand schon vergangene Woche als erster sicherer Absteiger fest und schloss die Saison am Tabellenende ab. Für Trainer Alois Schwartz, der in der Abstiegsmission als Feuerwehrmann geholt worden war, endete die Rettungsarbeit ernüchternd: Er blieb in seinen sechs Spielen ohne Sieg und holte vier Punkte. Der auslaufende Vertrag wird nicht verlängert. Zuletzt gelang Münster beim 3:3 in Hannover ein offener Auswärtsauftritt, und auch das erste Duell mit Elversberg war für den Außenseiter kein Selbstläufer; der SVE entging dort erst durch ein Last-Minute-Tor einer Niederlage.
Der Kontrast zwischen beiden Klubs könnte größer kaum sein. Elversberg weiß, dass Münster trotz des Abstiegs nicht nachlassen wird. Wagner sagte: „Ich weiß, dass Preußen Münster uns nichts schenken wird.“ Zugleich stellte er den möglichen Sprung in die Bundesliga als verdiente Belohnung dar: „Wenn man in die erste Liga aufsteigen will, dann kann man dafür auch gerne etwas leisten.“ Sollte der Aufstieg gelingen, wäre Elversberg der vierte saarländische Klub in der Bundesliga. Zuletzt spielte mit dem 1. FC Saarbrücken vor 33 Jahren ein Verein aus dem Land in der höchsten deutschen Spielklasse. Dann würden nach normalem Ligabetrieb auch Bayern München und Borussia Dortmund in Elversberg antreten.
Für den SV Elversberg ist heute mehr möglich als nur ein weiterer Sieg. Der Verein kann sich an diesem Nachmittag in eine Liga spielen, in der er nie war, und eine saarländische Lücke schließen, die seit 33 Jahren besteht. Alles ist da, die Form, die Tabellenlage und ein voller Kader: Für das Spiel stehen Wagner alle Spieler zur Verfügung. Nun hängt der nächste Schritt an 90 Minuten, die für den Klub schwerer wiegen als viele ganze Saisons davor.

