Die SV Elversberg kann am Sonntag mit einem Sieg gegen Preußen Münster den Bundesliga-Aufstieg perfekt machen. Nach dem 5:1-Heimerfolg gegen den SV Paderborn sprach Trainer Vincent Wagner von einer Mannschaft, die „für uns ist 2. Liga ja schon zu groß“ und im Fall des Sprungs nach oben „brutal reinwachsen“ werde.
Für die SVE wäre es der nächste Schritt in einer Saison, in der die Mannschaft sportlich über weite Strecken Bundesliga-Qualität gezeigt hat. Gegen Münster braucht Elversberg nur noch den letzten Treffer der eigenen Entwicklung: einen Sieg, der die Rückkehr in die oberste Klasse besiegelt und die Suche nach Ausreden überflüssig macht. Die Frage ist nicht mehr, ob die Mannschaft mithalten kann. Sie hat das längst gezeigt.
Der Hintergrund ist dennoch kompliziert. Das Stadion an der Kaiserlinde fasst derzeit 10.000 Zuschauer und liegt damit unter der von der DFL geforderten Mindestkapazität von 15.000 für Bundesligastadien. Der Verein hat dafür eine Ausnahmegenehmigung bekommen, die bis spätestens zum Frühjahr 2027 gilt. Bis dahin sollen die Stadionpläne umgesetzt werden. Nach Angaben von SVE-Vizepräsident Swen Hoffmann ist die Anlage schon jetzt auch für die erste Liga lizenziert; die doppelte Lizenzierung war nach Vereinsangaben eine Vorgabe der DFL.
Die Anforderungen reichen weit über die reine Zuschauerzahl hinaus. In der Bundesliga müssen Stadien unter anderem Medienplätze, Kamerapositionen und einen Medienarbeitsraum mit mindestens zehn Arbeitsplätzen bieten. Genau dort liegt für Elversberg noch Arbeit vor der Brust. Container ersetzen derzeit noch richtige Umkleidekabinen, und die neue Nordtribüne soll die benötigten Medienräume aufnehmen. Hoffmann räumte ein: „Es gibt da noch die ein oder andere Optimierung, die man machen muss. Aber das sind alles lösbare Themen.“
Zwischen Baustelle und Aufstiegseuphorie plant der Klub bereits die nächste Stufe. Spezielle Field Loges nach US-Vorbild sollen Fans künftige Bundesligaspiele der SVE auf Spielfeldhöhe verfolgen lassen. Mit diesem Konzept würde der Klub in der Bundesliga ein Novum schaffen. Es ist ein Bild, das gut zu dieser Saison passt: ein kleiner Standort mit großen Plänen, der sportlich längst mit den etablierten Namen mithält, während auf der Tribüne noch gebaut wird.
Am Sonntag kann sich Elversberg für diese Saison selbst belohnen. Gelingt der Sieg gegen Münster, ist der Aufstieg geschafft. Danach wird sich zeigen, wie schnell ein Klub mit 10.000 Plätzen, einer Ausnahmegenehmigung und einer ambitionierten Nordtribüne die Bundesliga-Realität im Stadion an der Kaiserlinde einholt.

