Inter und Verona gingen am Sonntag um 15:00 Uhr im San Siro nach einer Schweigeminute für Evaristo Beccalossi in ihr vorletztes Ligaspiel der Saison, und nach 45 Minuten stand es 0:0. Die Partie war das letzte Heimspiel von Inter in einer Saison, die den Klub bereits mit dem Meistertitel und dem Pokal in die Arena führte, während Verona als bereits abgestiegene Mannschaft ohne Druck antrat.
Im ersten Durchgang hielt Yann Sommer Inter mit einer starken Parade gegen Lovric im Spiel, ehe Montipò auf der Gegenseite Mkhitaryans Abschluss parierte. Dazwischen setzte Diouf mit einem weiten Sololauf die Szene in Gang, die Mkhitaryan freispielen sollte, doch Edmundsson blockte auch Lautaros Schuss nach dessen Pass. Nach einer verworrenen Verona-Aktion kam Bowie zudem zu einem Kopfball, den Sommer entschärfte.
Vor dem Anpfiff hatte Beppe Marotta den Abend in den größeren Rahmen gestellt. Er sprach von großer Emotion und persönlicher Freude und sagte, dass diese 80.000 gekommen seien, um eine außergewöhnliche Mannschaft und den Trainer zu feiern. Zugleich betonte er, dass die Arbeit mit Spielern, die ihre professionellen Pflichten erfüllt hätten, das Einfachste gewesen sei. Schwieriger sei die Wahl des Trainers gewesen, sagte Marotta, man habe sie in dem Bewusstsein getroffen, wer Chivu sei, und sei dafür belohnt worden. Über die Zukunft des Coaches sagte er, eine Verlängerung sei nur eine Formalität; Chivu sei Gegenwart und Zukunft von Inter, und der Klub müsse ihn eng an sich binden.
Der Rahmen passte dazu. San Siro wirkte festlich, mit Nerazzurri- und Trikolore-Farben, und Inter plante nach der Präsentation eine Parade im offenen Bus bis zum Duomo. Genau deshalb war die Rotation im 3-5-2-System kein Nebensatz, sondern der Kern des Nachmittags: Inter wollte Spielern Minuten geben, die in dieser Saison weniger gespielt hatten, und trat mit Sommer, De Vrij, Acerbi, Carlos Augusto, Luis Henrique, Diouf, Sucic, Mkhitaryan, Darmian, Bonny und Lautaro an. Verona, das zuletzt zu Hause 0:1 gegen Como verloren hatte, stellte Montipò, Nelsson, Edmundsson, Valentini, Belghali, Lovric, Gagliardini, Bernede, Frese, Suslov und Bowie auf.
Auch das Schiedsrichterteam war klar benannt: Andrea Calzavara aus Varese, geboren 1993 und in seiner ersten Serie-A-Saison, leitete die Partie nach bereits Einsätzen bei Sassuolo-Torino und Parma-Pisa; an den Linien standen Costanzo und Passeri, Collu war Vierter Offizieller, Santoro und Giua saßen im VAR. Für Verona ging es in dieser Saison längst um nichts mehr, für Inter dagegen um den würdigen Abschluss einer Spielzeit mit 2 Titeln. Genau darin lag die eigentliche Spannung dieses Nachmittags: Nicht das Ergebnis allein zählte, sondern wie ein Meisterteam seinen letzten Auftritt zu Hause zwischen Feier, Rotation und Pflichtaufgabe absolvierte.

