Der letzte Spieltag der Eredivisie lief am Sonntag mit neun Partien, die alle um 14.30 Uhr angepfiffen wurden, und sofort fiel die Tabelle auseinander. NEC ging gegen Go Ahead Eagles durch einen Kopfball von Noé Lebreton nach einer Ecke von Önal 1:0 in Führung, während FC Twente gegen PSV noch bei 0:0 stand.
In diesem Moment hatte NEC virtuell den dritten Platz von Twente übernommen, Ajax stand zwischenzeitlich auf Rang fünf. Es war genau die Art von Zwischenstand, die an einem letzten Spieltag sofort Gewicht bekommt: Platz drei führt in die Champions-League-Qualifikation, und im direkten Rennen um die Plätze drei bis fünf ging es für Twente mit 58 Punkten, NEC mit 56 Punkten und Ajax um minimale Abstände und große Folgen. NEC brauchte einen Sieg, falls Twente verlieren sollte, um überhaupt noch eine Chance auf Rang drei zu haben; Ajax konnte nur profitieren, wenn Twente verlor und NEC nicht gewann.
Auch im Tabellenkeller war die Lage eng, obwohl nicht jede Mannschaft noch denselben Druck spürte. FC Volendam lag gegen Telstar nach dem Treffer von Descotte 1:0 vorn, nachdem Telstar-Verteidiger Koswal den Ball verloren hatte. Bei diesem Stand wäre Volendam sicher, doch der Klub brauchte den Sieg, um Telstar zu überholen und die Relegations-Play-offs zu vermeiden. Einer von beiden wird am Ende in die Play-offs gegen Willem II müssen, um den Platz in der Eredivisie zu halten.
Vor dem Anpfiff stand Volendam als 16., Telstar als 15. da. Gleichzeitig hatte Groningen bei Heracles früh durch David van der Werff getroffen, nachdem Van Bergen eine Chance vergeben hatte, und auch das veränderte sofort den Blick auf den Europaplayoff-Kampf. Heracles war bereits vor der Partie abgestiegen, Groningen brauchte aber nur noch einen Punkt, um die Play-offs für europäische Wettbewerbe sicher zu haben. Mit einem Vorsprung von zwei Punkten auf Sparta und einem klaren Plus-3-Torverhältnis hatte Groningen dabei deutlich bessere Karten als der Verfolger mit seinem Minus-21-Torverhältnis.
Sparta geriet zudem selbst in Rückstand, nachdem Giannino Vianello ein Eigentor unterlief. Das passte zu einem Nachmittag, an dem jede Szene sofort in eine andere Tabelle übersetzbar war. Und während unten und oben die Rechenspiele liefen, wurde Ron Jans an seinem Abschiedstag von Utrecht-Fans verabschiedet, ein stillerer Moment an einem Spieltag, der sonst fast nur aus Konsequenzen bestand. Wer verstehen will, warum die Eredivisie an ihrem letzten Nachmittag so dicht wirkt, muss nur auf diese Konstellation schauen: neun Spiele zur selben Zeit, zwei Punkte zwischen Konkurrenten, ein einziger Ballverlust oder ein Kopfball, der plötzlich über Europa, Play-offs oder den Klassenerhalt entscheidet.

