Sk Sturm Graz hat im entscheidenden Spiel gegen SK Rapid kurzfristig umgestellt: Statt des erwarteten Gizo Mamageishvili begann Maurice Malone in der Startelf. Der Wechsel kam am Tag des finalen Spieltags der ADMIRAL Bundesliga, an dem Sturm im Heimspiel unbedingt gewinnen musste, um sich die Chance auf den Titel zu bewahren.
Fabio Ingolitsch begründete die Entscheidung mit einem disziplinären Detail. Mamageishvili sei „heute eine Minute zu spät zur Mannschaftsbesprechung erschienen, deshalb habe ich entschieden, Maurice Malone starten zu lassen“, sagte er. Damit war der Plan, mit dem der Georgier zuvor als Startelfkandidat gegolten hatte, plötzlich hinfällig. Für Sturm ging es in diesem Spiel nicht nur um drei Punkte, sondern auch darum, sich überhaupt noch Hoffnungen auf einen Ausrutscher von LASK machen zu dürfen.
Ingolitsch stellte zugleich klar, dass die Sache für Mamageishvili nicht beendet sei. Der Spieler werde am Sonntag von der Bank kommen, sagte der Trainer. Das sei eine konsequente Entscheidung gewesen, betonte er. Mamageishvili entschuldigte sich nach Angaben des Trainers bei ihm und der Mannschaft und habe gesagt, dass er auf das Spiel brenne. Für Sturm war die Botschaft damit doppelt deutlich: Wer an einem solchen Tag zu spät kommt, verliert seinen Platz, selbst wenn er zuvor fest für die Startelf eingeplant war.
Der Zeitpunkt machte den Vorgang besonders heikel. Es war der letzte Spieltag der ADMIRAL Bundesliga, Sturm brauchte einen Heimsieg gegen SK Rapid und durfte sich nur dann weiter Chancen auf die Meisterschaft ausrechnen, wenn auch LASK patzte. In so einer Konstellation wird jeder Fehler sofort größer, und selbst eine Minute kann über eine Personalentscheidung bestimmen. Dass Ingolitsch genau in dieser Situation auf Malone setzte, zeigt, wie strikt die interne Linie an diesem Nachmittag war.
Für Mamageishvili bleibt damit vorerst nur der Weg über die Bank. Für Sturm ist der Druck ohnehin maximal: Drei Punkte waren die Voraussetzung dafür, dass die Titelhoffnung nicht mit dem letzten Spieltag endet. Der Trainer hat seine Entscheidung getroffen, und sie ist so eindeutig wie der Moment, der sie ausgelöst hat.

