Am 32. und letzten Spieltag der Admiral Bundesliga fällt die Meisterentscheidung zwischen dem LASK und Puntigamer Sturm Graz. Der LASK tritt am Sonntag ab 14.30 Uhr bei der Wiener Austria an und braucht nur ein Remis. Sturm Graz muss zur selben Zeit gegen Rapid gewinnen, um den Titel noch zu holen.
Für beide Klubs ist es ein Spiel mit Gewicht. LASK-Tormann Lukas Jungwirth sagte: „Wir wollen weiter Geschichte schreiben.“ Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch konterte: „Der Druck liegt eindeutig beim LASK“ und ergänzte: „Wir sind in einer komfortablen Ausgangssituation und können nur noch gewinnen.“
Der Druck auf die Linzer ist trotzdem greifbar, denn bei einem Punkteverlust von Sturm Graz wären sie österreichischer Meister. Dann würde der regierende Cupsieger nach 61 Jahren auch das Double-Kunststück wiederholen und den ersten Ligatitel seit 1965 feiern. Damals sicherte sich der Verein den Titel ebenfalls in Wien im letzten Spiel, beim 2:0 gegen Vienna.
Die Ausgangslage spricht nach den Zahlen für den LASK. Die Mannschaft von Dietmar Kühbauer führt den Finaldurchgang mit 18 Zählern, Sturm kam auf 15 Punkte. Linz stellt mit 21 Toren die stärkste Offensive dieser Phase und ist seit acht Pflichtspielen ungeschlagen. Dazu kommen vier Siege in Serie, inklusive des Cupfinales. Kühbauer sagte: „Wenn man so nahe dran ist, will man natürlich alles investieren, um das große Ziel zu erreichen.“ Er ergänzte: „Die Mannschaft ist sehr fokussiert, und wir gehen voller Vorfreude in dieses Spiel.“ Gleichzeitig mahnte er: „Natürlich ist uns aber bewusst, dass noch ein hartes Stück Arbeit bevorsteht“ und: „Es wird uns ein enges Spiel erwarten, das wir für uns entscheiden wollen.“
Dass LASK nach zwei Runden noch Letzter und nach neun Runden Vorletzter war, zeigt, wie weit der Klub diesen Weg schon gedreht hat. Vor dem letzten Spieltag vertraut Kühbauer nun auf dieselbe Stabilität, die das Team in den vergangenen Wochen getragen hat. Für den Titelfinale fehlt mit Moses Usor der verletzte Topscorer, Krystof Danek soll ihn ersetzen. Wegen einer Sperre fällt außerdem Modou Keba Cisse aus; Xavier Mbuyamba wird an seiner Stelle beginnen. Danek sagte: „Wir werden Geduld brauchen und müssen unsere Chancen nutzen.“
Bei Sturm lebt die Hoffnung auf den dritten Titel in Folge, doch der Meistertitel hängt nicht nur am eigenen Spiel gegen Rapid. Wegen der Punkteteilung nach dem Liga-Split braucht Graz zusätzlich einen Austria-Sieg, weil der LASK im direkten Vergleich und mit der besseren Finalrunde im Vorteil ist. Vor dem Duell in Wien-Favoriten hatte Reinhold Ranftl angekündigt, man wolle „einen Linzer Meister in Wien-Favoriten unbedingt verhindern“. Austria-Spieler Sanel Saljic setzte noch einen drauf: „Wir sollten die Einzigen sein, die in unserem Stadion eine Meisterschaft feiern.“
So steht am Sonntag nicht nur ein Saisonende an, sondern der Moment, in dem sich die gesamte Saison an einem Nachmittag zusammenzieht. Für den LASK geht es um den ersten Meistertitel seit 1965 und um die Rückkehr an die Spitze nach 61 Jahren. Für Sturm geht es um die letzte Chance auf den dritten Titel in Serie. Und für beide Klubs gilt: Am Ende zählt nicht die Vorgeschichte, sondern nur das Ergebnis um 14.30 Uhr in Wien.

